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«Lush Life» Wie ein Schweizer Zara Larssons Welthit zündete

Die schwedische Popsängerin Zara Larsson bringt demnächst das Open Air St. Gallen zum Tanzen. Mit einem Hit, der schon zwei Mal die Welt eroberte. Die Geschichte von «Lush Life» führt auch ins Glarnerland.

... sechs, sieben, acht: seitlicher Rodeo-Move, Arme schwingen und dann in die Pirouette mit Rückwärtsschritten. Der Tanz zu Zara Larssons Hit «Lush Life» dauert nur ein paar Sekunden und wurde dennoch zum «Macarena» der Gegenwart.

Tiktok sei Dank: Seit ein paar Monaten bildet die Choreo den Höhepunkt jedes Konzerts der 28-jährigen Pop-Queen aus Stockholm. Auch im Sittertobel wird ein hechelnder Fan während ihrer Show in den Genuss kommen, mit Zara den viralen Tanz auf der Bühne zu tanzen.

Der Song dazu: «Lush Life». Ein federndes Popstück, das 2015 schon einmal überall war und durch den viralen Tanz-Hype zehn Jahre danach plötzlich wieder die Charts stürmt. Dass der Hit überhaupt so gross wurde, hat auch mit Fridolin «Freedo» Walcher zu tun. Der in London lebende Glarner Musikproduzent hat dem Song damals den letzten Schliff verpasst.

Vom Demo zum Hit

Die Urversion von «Lush Life» entstand in Stockholm, im Studio des schwedischen Plattenlabels Ten Music. Geschrieben von einer Gruppe von mehreren Songwritern (Linnea Södahl, Iman Conta Hultén, Emanuel Abrahamsson und Christoph Bauss). Anschliessend nahm Zara Larsson den Song auf und wollte ihn als Single veröffentlichen. Nur bei der Produktion dieser Originalversion war man sich noch nicht ganz sicher:

Da kam der Glarner Produzent Freedo ins Spiel. Sein Manager stand damals mit Ten Music in Kontakt, eigentlich wegen Instrumentals. «Ich wollte unbedingt mit Icona Pop arbeiten, die beim selben Label waren», erzählt Freedo. Stattdessen landete «Lush Life» bei ihm – mit der Frage, ob er eine neue Version produzieren wolle. «Sozusagen einen Remix.»

Ein Freitagabend im Holästei

Freedo kannte Zara Larssons Musik damals noch nicht. Der Song gefiel ihm aber sofort. Also setzte er sich an einem Freitagabend in sein Studio im Kulturzentrum Holästei im Glarnerland und baute seine Version.

Schon am nächsten Tag ging sie zurück ans Label. Eine Woche später kam die Antwort: Diese Version sollte offiziell erscheinen.

«Der Song ging sofort auf Platz eins in Schweden», sagt Freedo. Danach schwappte er nach Deutschland, in die Schweiz, später nach Grossbritannien. Für Freedo war das surreal: «Dass so viele Menschen diesen einen Song hören, war unglaublich.»

Von Ava Max bis Cro – Songs, die Freedo mitproduzierte:

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Ava Max – Rumors (2020)

The Chainsmokers – Takeaway (2019)

Rita Ora – Proud (2018)

Dua Lipa – New Rules (Freedo Remix 2017)

Beyoncé – 7 11 (DJ Mustard Remix 2015)

Die Fantastischen Vier – Heute (2014)

Cro – Unendlichkeit (2017)

Zehn Jahre später: zweiter Frühling

Und dann passierte das, was Pop heute manchmal passiert: Ein alter Hit fand plötzlich ein neues Publikum. Ende 2025 gingen Konzertvideos viral, in denen Zara Larsson gemeinsam mit Fans die «Lush Life»-Choreografie tanzte.

Nach langer Absenz stieg «Lush Life» global plötzlich wieder in die Top-Charts ein. In der Schweiz erreichte der Song nochmals Platz fünf. In Deutschland kletterte er mit elf Jahren Verspätung auf Platz eins.

Für Freedo ist das fast noch verrückter als beim ersten Mal: «Es ist unglaublich, dass dieser Song nochmals so vielen Leuten Freude bereitet – egal, ob er Erinnerungen weckt oder neu entdeckt wird.»

SRF 3; 24.06.2026; 16:50 Uhr

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