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Metallica in Zürich Metallica im Letzigrund: «Enter Sandman» und «Alperose»

Die Kalifornier sind allen anderen Metalbands noch immer um Lichtjahre voraus – businesstechnisch. Und auch musikalisch ist die Band aus San Francisco gut gealtert. «Alperose» von Polo Hofer hätte nicht sein müssen. James Hetfield sang dafür tadellos. Metallica liessen kaum Wünsche offen.

Beim ersten Europa-Auftritt von Metallica 1984 im Zürcher Volkshaus musste die Plattenfirma nach dem Konzert 200 Franken auf den Tisch legen, weil die Band die Garderobe verwüstet hatte und der lokale Veranstalter die Musiker nicht gehen liess, bevor die Rechnung für die Reinigung beglichen war.

42 Jahre später ist dieselbe Band ein hochprofitables Milliardenunternehmen, dessen Wert auf 1.76 Milliarden Dollar geschätzt wird. Wichtigster Eckpfeiler ihres Reichtums sind die Tourneen. Auf ihrer M72 World Tour machten Metallica am Mittwochabend im Zürcher Stadion Letzigrund Halt. Die exklusiven Snakepit-Tickets inmitten der runden Bühne gingen für lumpige 435 Franken weg.

Rockband spielt auf grosser Bühne vor Publikum.
Legende: Robert Trujillo, James Hetfield, Lars Ulrich und Kirk Hammett (vrnl) auf der Bühne im Stadion Letzigrund bei der M72 World Tour von Metallica. KEYSTONE / Andreas Becker

Gigantische Bühnenproduktion

Für die Europa-Termine der M72 World Tour sollen insgesamt 87 Lastwagen unterwegs sein. Rund 45 davon transportieren technisches Equipment, Instrumente und Soundtechnik. Weitere 42 Trucks werden für Licht, Türme und die massive 360-Grad-Bühnenkonstruktion benötigt. Als die französische Vorband Gojira um 18:30 Uhr ihre hochpräzisen Metal-Salven in den heissen Zürcher Abendhimmel feuern, sind Metallica wohl noch beim Protein-Drink im Hotelzimmer.

Musiker mit Gitarre auf der Bühne, emotional singend.
Legende: Tadellos gesungen: Metallica-Frontmann James Hetfield. KEYSTONE / Andreas Becker

Teenager-Todessehnsüchte

Um 20:20 Uhr betritt die Band dann zu Einlaufmusik von Ennio Morricone die Bühne im Letzigrund und legt mit dem Uralt-Klassiker «Creeping Death» los. Ein Song aus der frühesten Phase der Band, als Metallica unsere Teenager-Todessehnsüchte bedienten. Elektrischer Stuhl, vom Blitz getroffen, Soldatenfriedhof: «Take a look to the Sky, just before you die!» Metallica waren der Schlachtruf unserer Jugend.

Als 1988 das Album «…and Justice for all» erschien, standen wir morgens vor dem Plattenladen Schlange. Und obwohl 1991 mit dem schwarzen Album und der Ballade «Nothing Else Matters» der Mainstream Metallica entdeckte, mussten wir respektvoll zugestehen: Diese vier Typen waren allen anderen Metalbands um Lichtjahre voraus.

Metal mit Marge

Das sind sie noch heute. Businesstechnisch. Im Letzigrund unterstützt von 50’000 zahlungskräftigen Fans, die sich das Becherbier für 7 Franken leisten und beim Merchandising-Stand im Vorbeigehen noch ein T-Shirt mitnehmen.

Metallica 2026: Das ist Metal mit Marge, auch musikalisch alles sauber kalkuliert. Ein Querschnitt durch acht Alben. «For Whom The Bell Tolls» gleich zu Beginn lässt die alten Fans aufheulen. Einem Wolfsrudel gleich umkreisen Hetfield, Hammett und Trujillo die 1500 Fans in der Mitte der donutförmigen Bühne und versuchen das restliche Publikum im Stadion nicht zu vergessen.

Drummer spielt auf gelbem Schlagzeug auf Konzertbühne.
Legende: Metallica Drummer Lars Ulrich am Mittwochabend im Zürcher Letzigrund. KEYSTONE / Andreas Becker

Die Bühne mitten im Stadion

Auch das Schlagzeug von Lars Ulrich wandert über die Bühne. Das (schlechte) Timing des Drummers gehört inzwischen genauso zu Metallica, wie der holprige «Doodle Jam». Diesmal «Alperose» von Polo Hofer, gesungen vom Bassisten Robert Trujillo - ein Schmunzler.

Sänger James Hetfield singt dafür den ganzen Abend tadellos. Die Balladen «Nothing else Matters» und «The Unforgiven» sind Pflicht. «One», «Seek & Destroy» und «Master of Puppets» als Schlussfeuerwerk und «Enter Sandman» als Zugabe. Dann kam das Putzpersonal. Die Rechnung für die Reinigung ist im Ticketpreis inbegriffen.

SRF 3, 27.5.2026, 16:00 Uhr

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