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Musik-Blog Das berührendste Stück Metal-Geschichte kommt in die Schweiz

Mitte 80er-Jahre stand die kanadische Band Anvil auf denselben Bühnen wie die Scorpions, Bon Jovi oder Whitesnake. Während ihre Weggefährten Weltstars wurden, stellte sich bei Anvil der Zustand des ständigen Scheiterns ein. Nun erscheint ihr inzwischen 17. Album.

Robb Reiner und Steve „Lips“ Kudlow (Anvil)
Legende: Robb Reiner und Steve „Lips“ Kudlow (Anvil) Anvil

Für viele ist Anvil längst nicht mehr die Band, die es fast zu Weltruhm gebracht hätte. Seit dem Dok-Film «The Story Of Anvil» (2008) steht dieser Name für Steve «Lips» Kudlow und Robb Reiner – zwei herzzerreissende Bilderbuch-Metaller, die nie aufgehört haben ihrem grossen Traum hinterherzujagen. Mit ihrem 17. Album «Pounding The Pavement» spielen Anvil am 13. März 2018 im Kofmehl in Solothurn.

Muss man Anvil kennen?

Man darf. Und der beste Weg dafür ist der Dok-Film «The Story Of Anvil». Darin wird zum einen nicht nur aufgezeigt, dass diese Formation einen wichtigen Pfeiler für nachfolgende Speed Metal-Bands eingeschlagen hat. Regisseur und Anvil-Fan Sacha Gervasi portraitiert darin vor allem die beiden Freunde und Musiker. «The Story Of Anvil» ist ein rührender Film über das Scheitern und das unverhandelbare Träumen und Streben eines Lebensziels.

Muss man sich «The Story Of Anvil» ansehen?

Muss soll. Für alle, die wissen, wie ein Bandraum von innen aussieht, ist «The Story Of Anvil» Pflicht. Für alle, die Loser-Typen als Gewinner sehen können, wohl eine Offenbarung. Ich sage: «The Story Of Anvil» ist nicht weniger, als das berührendste Stück Metal-Geschichte überhaupt. Ein schonungsloser aber feinfühliger Film über bedingungslose Passion, Schicksal und Freundschaft.

Muss man diese Band live sehen?

Mann kann. Natürlich steht die Band nicht mehr auf dem Zenit ihres Schaffens. Aber darum geht es nicht. Kudlow und Reiner geniessen den Ruhm, den sie dem Film verdanken und reiten ihre kleine Erfolgswelle mit grossem Genuss. Anvil leben auf der und für die Bühne, zelebrieren ihre Liebe zum Metal und geben alles für ihre Fans.

Wer die beste Band der Welt sehen will, muss sich anderweitig umsehen. Wer Anvil sehen will, weiss wo das Kofmehl in Solothurn ist.

Gregi Sigrist schreibt für SRF 3 jede Woche einen Blog über ein Thema, das die Musik-Welt aktuell bewegt:

Autor: Gregi Sigrist

Autor: Gregi Sigrist

Gregi Sigrist ist Musikjournalist der Fachredaktion Musik Pop/Rock von Schweizer Radio und Fernsehen. Im Musik-Blog schaut er auf, unter und hinter aktuelle Musikthemen und ihre Nebengeräusche.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Laurent Frick (LFR)
    Ich weiss nicht, warum die Liebe zur Musik dazu führen müsste, diese Band zu kennen. Da müsste Gregi Siegrist seine Wortwahl etwas anpassen. Die Liebe zur Musik hat nichts mit einer einzelnen Band zu tun. Das ist einfach journalistischer Chabis!!!
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    1. Antwort von Gregi Sigrist
      Lieber Laurent. Ich hätte auch schreiben können "Wer Metal liebt - kennt Anvil bzw. den Film «The Story of Anvil»". Ich habe aber das Gefühl, dass das auch genreübergreifend gilt. Musik machen, lieben und leben hat genau mit DER Leidenschaft zu tun, die im Film «The Story of Anvil» so wunderbar porträtiert wird. Hast du den Film gesehen? Wenn nicht: Schau ihn dir an und du weisst wovon ich spreche. Oder: Du siehst das alles völlig anders und hast einen komplett anderen Zugang dazu - was natürlich auch total ok ist. lg. Gregi
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