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Musik-Blog Die Guano Apes kommen: Rette sich wer kann

20 Jahre ist es her, dass die deutsche Crossover-Band Guano Apes mit ihrem Debüt «Proud Like A God» für Furore sorgte. Gefeiert wird dieser Geburtstag nun mit einem Jubiläums-Album inklusive Tour. Auch Zürich bleibt dabei nicht verschont.

Die Guano Apes feiern 20 Jahre «Proud Like A God»
Legende: Die Guano Apes feiern 20 Jahre «Proud Like A God» Guano Apes

«Proud Like A God XX» heisst das Jubiläums-Album, das die Guano Apes am 6. Oktober veröffentlichen. Zum einen eine Zeitreise, die ich bestimmt nicht antreten möchte. Zum anderen ein Geschenk, das ich lieber nicht auspacken möchte. Ich frage: Wieso? Weshalb? Warum?

Wieso?

Ein Unglück kommt selten allein. Und so veröffentlicht eine der erfolgreichsten und belanglosesten deutschen Rockbands gleich ein Doppel-Album, um das zwanzigjährige Jubiläum ihres Debut-Albums zu feiern.

Die Ansage des Grauens beinhaltet nebst einem unveröffentlichten Guano Apes-Song, modernisierte Versionen ihrer Hits und Coverversionen von Eminem, David Bowie und Depeche Mode. Ich muss diesen Satz nochmals schreiben, damit ich es glaube: Die Guano Apes covern Eminem, David Bowie und Depeche Mode. Hmmm…

Weshalb?

Von mir aus könnte man ein Jubiläums-Album der Guano Apes durchaus auch totschweigen. Als ich aber sah, dass sie David Bowie («This Is Not America») und Depeche Mode («Precious») covern und hörte wie es klingt, wenn sie Eminems «Lose Yourself» interpretieren, Link öffnet in einem neuen Fenster, dachte ich: Muss das sein? Wirklich? Reicht es nicht, dass sie am Anfang ihrer Karriere den Alphaville-Hit «Big In Japan» zerstört haben, Link öffnet in einem neuen Fenster? Müssen sie am Ende ihrer Karriere nun wirklich noch Eminems «Lose Yourself» vergiften?

Warum?

2017 mit dem Sound der Guano Apes konfrontiert zu werden, fühlt sich an, als würde man wieder Baggy Pants tragen. Schrecklich. Warum soll ich mir das antun? 20 Jahre nach ihrem Durchbruch wissen wir, dass die Guano Apes damals zwar den Zeitgeist getroffen, ganz sicher aber nicht zeitlose Songs geschrieben haben.

Für alle, die das anders sehen, spielt das Quartett am 6. Oktober im X-TRA in Zürich.

Autor: Gregi Sigrist

Autor: Gregi Sigrist

Gregi Sigrist ist Musikjournalist der Fachredaktion Musik Pop/Rock von Schweizer Radio und Fernsehen. Im Musik-Blog schaut er auf, unter und hinter aktuelle Musikthemen und ihre Nebengeräusche.

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