Willkommen zu den Swiss Mundart Awards

Werden die Swiss Music Awards in diesem Jahr zu den Swiss Mundart Awards? Die Ausgangslage spricht jedenfalls dafür, dass es am 10. Februar für die Mundart-Szene nichts zu jammern gibt. Sieben Kategorien könnten an den SMAs von Mundart-KünstlerInnen gewonnen werden.

Der Berner Manillio ist bei den SMAs in zwei Kategorien nominiert Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Berner Manillio ist bei den SMAs in zwei Kategorien nominiert Mirjam Kluka

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Autor: Gregi Sigrist

Autor: Gregi Sigrist

Gregi Sigrist ist Musikjournalist der Fachredaktion Musik Pop/Rock von Schweizer Radio und Fernsehen. Im Musik-Blog schaut er auf, unter und hinter aktuelle Musikthemen und ihre Nebengeräusche.

Berührungsängste mit der Mundart sind Schnee von vorvorgestern. Da spricht auch die zehnjährige Geschichte des Swiss Music Awards keine andere Sprache. Musikschaffende wie Bligg, Patent Ochsner, Lo & Leduc oder Züri West zählen zu den Mehrfachpreisträgern. Mit einem SMA ausgezeichnet wird, wer kommerziell erfolgreich war. Kommerziell erfolgreich ist, wer viel verkauft. Verkauft wird zwar generell immer weniger. Die Mundart legt in diesem schwindenden Markt aber offenbar zu.

Die Vielfalt und der Patriotismus

Auffallend vielfältig sind die für einen SMA nominierten Mundart-InterpretInnen in diesem Jahr. Da ist das Bieler Jungtalent Nemo, das die Schweiz fasziniert. Da ist der Berner Manillio, der die Schweiz provoziert. Da ist die Zürcher Band Hecht, die die Schweiz zum Tanzen bringt. Da sind Dabu Fantastic, die die Schweiz zum Schmelzen, Denken und Schmunzeln bringen.

Und da sind auf Heimatgefühl ausgerichtete Acts wie Trauffer, Schluneggers Heimweh und Bligg. Bei letzteren scheint mir: Je sorgloser desto erfolgreicher. Der Patriotismus als Erfolgsrezept in Zeiten der Globalisierung, hinterlässt auch im Schweizer Musikschaffen seine Spuren.

Wieso erlebt die Mundart einen solchen Höhenflug?

Die Popularisierung von schweizerdeutschem Rock, Pop und Rap begann vor über 45 Jahren mit der Berner Band Rumpelstilz. Züri West und später Patent Ochsner ebneten den Pfad für weitere Künstlerinnen und Künstler, die dem sogenannte Mundartrock zuzuordnen sind. Ganz wichtig für das heutige Selbstverständnis in Sachen Umgang mit der Mundart in der Popmusik, war aber die reiche Schweizer Rap-Szene. Erst sie – die Mundart-Rapper – haben es geschafft, der Schweizer Musikszene jegliche Hemmschwellen im Umgang mit der eigenen Muttersprache zu nehmen.

Die Zeiten, in welchen Züri West als einzige coole Band der uncoolen Rocksprache galt, sind also längst vorbei. Und spätestens mit der Berner Band Jeans for Jesus ist klar, dass die Mundart sogar im Electro-Pop funktioniert.

Die Swiss Music Awards werden am 10. Februar ab 20.10 live auf SRF zwei übertragen. Wer nominiert ist und weitere Infos zu den zehnten Swiss Music Awards gibt es hier.