Zeal & Ardor: Black Metal auf dem Baumwollfeld

Der Schweizer Crossover-Musiker Zeal & Ardor wird von der internationalen Musikwelt hochgelobt. Er stellt sich damit in eine Reihe mit den stilbildenden Schweizer Avantgarde-Metalbands Celtic Frost, Coroner, Young Gods oder Eluveitie.

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Bildlegende: Schweizerisch-amerikanischer Doppelbürger: Manuel Gagneux aka Zeal & Ardor im Rock Special-Interview. SRF 3

Für das Musikmagazin Rolling Stone ist es das spannendste und gleichzeitig komischste Metal-Album des Jahres. Moderator Daniel Carter von BBC Radio 1 nennt es schlicht «incredible» (unglaublich).

Der Kultursender Arte ist ebenso hingerissen vom Crossover-Sound des schweizerisch-amerikanischen Doppelbürgers Manuel Gagneux, der unter dem Namen Zeal & Ardor gerade die Musikwelt aufmischt. Die Verbindung von schwarzen Sklavengesängen mit Black Metal, diesem besonders radikalen Metal-Genre aus dem weissen Nordeuropa, ist nicht nur völlig neu, sie hat es auch wirklich in sich.

Black Metal und Sklavengesänge

Dabei war das Projekt Zeal & Ardor am Anfang nur als Spielerei gedacht. Gagneux lebte während zwei Jahren in New York zur Untermiete bei einem alten, schwarzen Blues-Musiker.

Als er im Internet-Forum 4chan an einer Diskussion teilnahm über grundsätzlich unvereinbare Musikstile, fielen irgendwann die Genres «Black Metal» und «Black Music». Gagneux dachte sich, warum eigentlich nicht?

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Autor: Dominic Dillier

Porträt von Dominic Dillier

SRF

Dominic Dillier ist Moderator und Musikredaktor bei SRF 3. Er berichtet absolut subjektiv, dafür geschmackssicher über Entwicklungen und Tendenzen in der Rockwelt.

Allein die Tatsache, dass es eine bestimmte Musikrichtung noch nicht gibt, bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Welt diese auch wirklich braucht. Aber Zeal & Ardor ist mehr als die Kopfgeburt eines Musik-Nerds. Dies zeigt das Echo der globalen Metalgemeinde, welche durchaus euphorisch auf «Devil is Fine» reagiert.

Die Mischung aus Gospel-Gesängen, Blues und brachialem Heavy Metal scheint einen Nerv zu treffen. Nach dem SRF 3 Rock Special-Interview wartet der Metal Hammer auf ein Gespräch. Zeal & Ardor wird bereits in einer Reihe mit stilbildenden Schweizer Metal-Pionieren aus der Vergangenheit wie Celtic Frost, Young Gods oder Coroner genannt.

Zwischen Rihanna und Kanye West

Das stilsichere Internet-Musikmagazin «Noisey Vice» wählte «Devil is Fine» soeben auf Platz 6 der besten 100 Alben von 2016 – knapp hinter Rihanna und Beyoncé, direkt vor Kanye West. Und auch an der Konzert-Front tut sich einiges. Im nächsten Frühling sind Zeal & Ardor als sechsköpfige Band unterwegs von Berlin nach Prag und von Mailand bis Athen. Das holländische Roadburn-Festival, erste Adresse für extremen Metal und Avantgarde-Rock, hat Zeal & Ardor für kommenden Sommer bereits gebucht.

Und auch wenn einzelne Stimmen aus dem konservativen Metal-Lager die elektronische Produktion des Albums kritisieren, findet Gagneux das absolut in Ordnung. «Für mich ist das Ansporn, es beim nächsten Mal besser zu machen.»

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