Tarantinos legendäre Filmmusik

Die Filme von Quentin Tarantino sind blutig. Aber nicht nur. Immer wieder gräbt der Regisseur Sound-Perlen aus, die durch seine Filme erst Kultstatus erlangen. Diese Tarantino-Songs muss man kennen.

Quentin Tarantion ist berühmt für seine brutalen Filme. Und für seinen Musikgeschmack. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Exzentrischer Meister Quentin Tarantion ist berühmt für seine brutalen Filme. Und für seinen Musikgeschmack. Keystone

Eine oft gestellte Frage: Warum passen die Songs in Tarantinos Filmen immer so gut? Warum fühlt es sich an, als wäre jeder Song exakt für diese Szene geschrieben worden? Einer der Hauptgründe: Quentin Tarantino wählt höchstpersönlich die Musik zu jeder einzelnen Szene aus.

Oft taucht der Regisseur in seine Plattensammlung ab, welche ein ganzes Zimmer füllt. Dort sucht er nach eben jenem Song, welcher die Geschichte nicht nur untermalt, sondern miterzählt, ein Teil davon wird.

Musik ist bei ihm nicht bloss Stilmittel, sondern Träger der Story, ein erzählerisches Element. Viele Regisseure benutzen dieses Element – aber keiner tut dies so gut, so effizient und mit so viel Stil wie Quentin Tarantino.

Die Musik, welche Tarantino verwendet, stammt meist aus den 60ern, 70ern und 80ern. Sie wird oft erst durch Tarantinos Filme zum Kult und einer breiten Masse bekannt. Unten stehend die Musik-Highlights aus Tarantinos Filmen.

Uma Thurman spielte die Hauptrollen in den Tarantino-Klassikern «Kill Bill» (Bild) und «Pulp Fiction». Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Muse Uma Thurman spielte die Hauptrolle in den Tarantino-Klassikern «Kill Bill» (Bild) und «Pulp Fiction». PD

Santa Esmeralda: «Please Don’t Let Me Be Misunderstood» (aus «Kill Bill»)

Sie ist bereits jetzt eine ikonenhafte Szene der Popkultur: Der Schwertkampf zwischen «der Braut» Uma Thurman und O-Ren Ishii, immer wieder gespickt mit ruhigen Intermezzi und Wortgefechten. Die Szene besticht durch ihre wunderschöne Bildgewalt, aber vor allem auch durch eine grossartige Inszenierung. Der Song passt wie die Faust aufs Auge.

The 5.6.7.8’s: «Woo Hoo» (aus «Kill Bill»)

Die Braut (Uma Thurman) kommt im japanischen Restaurant an, wo sie auf eine ihrer Gegnerinnen (O-Ren Ishii) und ihre Privatarmee, die «verrückten 88», trifft, und ein masslos überbordendes Blutbad anrichtet. Die blutigste, brutalste und skurrilste Szene des Films - welche von einer langen Restaurantsequenz mit fahrender Kamera eingeleitet wird.

Nancy Sinatra: «Bang Bang» (aus «Kill Bill 2»)

Der Song zum Prolog des zweiten Teils von «Kill Bill», in welchem «die Braut» darüber referiert, wie sie Bill umbringen will.

Tito & Tarantula: «After Dark» (aus «From Dusk Till Dawn»)

Tarantino liebt gute Filmmusik. Und der Regisseur hilft gerne auch mal einem Freund aus. Im Horrorfilm «From Dusk Till Dawn» mit George Clooney führte Tarantinos guter Freund Roberto Rodriguez Regie. Tarantino spielte eine Nebenrolle und gab Rodriguez Tipps für dessen Soundtrack. Der berühmteste Song daraus: «After Dark». Die legendäre Striptease-Szene mit Salma Hayek wurde übrigens von Tarantino selbst gedreht.

James Brown featuring 2Pac: «Unchained» (aus «Django Unchained»)

Einer der beiden Titelsongs zum neuen Tarantino-Film. Ungewöhnlich dabei: Es ist ein Mashup zweier Musiklegenden, James Brown und 2Pac.

David Bowie: «Cat People (Putting Out Fire)» (aus «Inglorious Basterds»)

Die jüdische Kinobesitzerin Shosanna bereitet sich auf die Filmpremiere eines Nazi-Propagandafilms vor. Zu den Klängen von David Bowie schminkt und kleidet sie sich an, während ihre genauen Absichten offenbart werden: Rache an Hitler und den Nazis.

Dick Dale: «Misirlou» (aus «Pulp Fiction»)

Der wohl berühmteste Tarantino-Film-Song. Kein Mensch kennt heute noch Dick Dale, aber jeder kennt den berühmten Titeltrack aus Tarantinos bis heute unerreichtem Meisterwerk. Ebenfalls Kult ist die Szene, welche den Titelsong einleitet: Pumpkin und Honey Bunny planen spontan, ein Restaurant zu überfallen.

Dusty Springfield: «Son Of A Preacher Man» (aus «Pulp Fiction»)

Das erste Aufeinandertreffen zwischen Mia Wallace (Uma Thurman) und Vincent Vega (John Travolta). Vega trifft bei Mia Zuhause ein, welche ihn über Monitore beobachtet, während im Hintergrund «Son Of A Preacher Man» auf der Anlage im Wohnzimmer läuft.

Chuck Berry: «You Never Can Tell» (aus «Pulp Fiction»)

Die Tanzszene mit Uma Thurman und John Travolta in «Pulp Fiction». Thurmans Charakter will den Tanzcontest gewinnen und ihr Begleiter macht nur widerwillig mit. Die Szene ist Kult, genauso wie Travoltas überirdisch coolen Tanzmoves.

John Travolta (links) und Samuel L. Jackson als typische Tarantino-Gangster in «Pulp Fiction». Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Knallhart John Travolta (links) und Samuel L. Jackson als typische Tarantino-Gangster in «Pulp Fiction». PD

Urge Overkill: «Girl, You’ll Be A Woman Soon» (aus «Pulp Fiction»)

Tarantino holte diese Band aus der Versenkung und verband den Song für immer mit jener Szene, in welcher sich Uma Thurman eine Überdosis in die Nase zieht.

Bobby Womack: «Across 110th Street» (aus «Jackie Brown»)

Unendlich cool, der Groove des Titelsongs aus «Jackie Brown». So cool wie Pam Grier als Schmugglerin Jackie Brown im stylischen Hosenanzug.

Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich: «Hold Tight» (aus «Death Proof»)

«Death Proof» ist einer der beiden «Grindhouse»-Filme der Regie-Kumpels Tarantino und Rodriguez. In dieser kurzen Szene rocken vier junge Frauen im Auto zu diesem Song ab, bevor ein psychopathischer Killer mit seinem umgebauten Wagen frontal in jenen der Frauen rast. «Grindhouse» war ein Hommage-Projekt der Regisseure an die Horrorfilm-Vorstellungen der 70er Jahre, bei denen die Zuschauer jeweils mehrere Filme nacheinander schauen konnten.