Eigentlich gehören sie ja zur WM, wie Public Viewings, Tippspiele oder Panini-Bildchen: Die Hupkonzerte. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff steigen die Fans der siegreichen Mannschaft ins Auto. Hupend teilen sie ihre Freude in den Innenstädten.
Aber ob es auch dieses Jahr zu solchen Jubelszenen kommen wird? Was wir aber wissen: Falls es dazu kommt, würden die Hupkonzerte womöglich mitten in der Nacht stattfinden. Die Zeitzonen, in denen die Spiele ausgetragen werden, liegen nämlich sechs bis neun Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit.
Wie würde die Polizei reagieren, falls tatsächlich um 3 Uhr in der Früh gehupt würde?
Zürich: «WM kein Freipass»
Selbstverständlich sei sich auch die Stadtpolizei Zürich bewusst, dass die Fussball-WM stattfindet, sagt der Mediensprecher der Stadtpolizei Zürich, Pascal Siegenthaler. «Wir drücken vielleicht auch mal ein Auge zu. Aber die WM ist kein Freipass.» Da bei Spielende oft Nachtruhe herrsche, sei die Verhältnismässigkeit etwas schneller zu Ende.
Auch in bekannten Ausgehvierteln, wie der Langstrasse, gelte der Grundsatz des Augenmasses. «Solange niemand gefährdet wird und es keine übermässigen Verkehrseinschränkungen gibt, wird man jubelnde Fans und hupende Autos tolerieren», so Siegenthaler. «Wenn aber Leute zu lange unter der Lärmbelastung leiden, wird man einschreiten. Dann müssen die Fans mit Konsequenzen rechnen. Fürs Hupen zum Beispiel gibt es eine Ordnungsbusse.»
Bern: Nötiges Augenmass
«Wir rechnen im ganzen Kanton Bern, auch in den späten Stunden, mit spontanen Festivitäten und Hupkonzerten», sagt die Mediensprecherin der Kantonspolizei Bern, Cindy Schneider, «insbesondere bei Spielen mit einer grossen Fangemeinde.»
Diese Situationen beurteile man mit dem nötigen Augenmass. «Wo aber die Sicherheit gefährdet ist oder eine unnötige Lärmbelastung entsteht, schreiten wir ein.» Grundsätzlich gilt: «Übermässiger Lärm sollte vermieden werden.» Meldungen aus der Bevölkerung nehme man ernst. Falls nötig, schicke man eine Polizeipatrouille vorbei.
St. Gallen: Eine Stunde Toleranz
Generell gelte ab 22 Uhr die Nachtruhe. Dann müssten Lärmquellen eingedämmt werden, auch bei Public Viewings, sagt Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St. Gallen. Man sei aber tolerant im Umgang mit Lärm. «Hupkonzerte tolerieren wir bis eine Stunde nach Spielschluss. Danach nehmen wir Einfluss und sprechen auch Bussen aus.»
Beim Thema Sicherheit werde aber klar kein Auge zugedrückt. «Wenn Personen mit Autos driften, den Motor aufheulen lassen, sich aus dem Fahrzeug lehnen oder Gegenstände heraushalten, dann gilt eine Nulltoleranz», so Widmer. Dann käme es zu Kontrollen und es würden Anzeigen geprüft.
Basel: Situative Beurteilung
Gerade nach grossen Fussballspielen komme es auch in Basel gelegentlich zu Hupkonzerten. Es sei aber kein Thema, das regelmässig zu Problemen führe, sagt Rooven Brucker. Er ist Mediensprecher bei der Kantonspolizei Basel-Stadt. «Grundsätzlich ist zu sagen, dass auch während der WM die geltenden gesetzlichen Grundlagen durch die Polizei durchgesetzt werden», so Brucker. Aber natürlich geschehe das immer mit Augenmass und im Verhältnis zur Situation.
Ob man eingreife, hänge von vielen Faktoren ab und müsse situativ beurteilt werden. Einer dieser Faktoren: «Sind da Leute, die gestört werden, die da wohnen?» Es könne dazu kommen, dass Leute, die unnötig hupen, mit einer entsprechenden Busse oder einer Verzeigung bestraft würden.