Aprilscherze sollten ein Lächeln auslösen – und keinesfalls Panik oder allzu grosse Verunsicherung. Drei gelungene Beispiele und drei, bei denen der Schuss nach hinten losging.
Top: Spaghetti-Ernte im Tessin (1957)
Die britische BBC bringt 1957 eine vermeintlich seriöse Dok über die Spaghetti-Ernte im Tessin. Der Sprecher erklärt, dass die diesjährige Ernte besonders gut ausfalle – wegen des milden Winters und des nahezu vollständigen Verschwindens des «Spaghetti-Käfers».
Die Kamera zeigt Spaghetti, die von den Bäumen hängen und nach der Ernte an der Sonne getrocknet werden. Spannend: Nudeln waren damals in England noch nicht allzu verbreitet. Kein Wunder also, erkundigten sich Zuschauende bei der BBC, wie man selbst solche Bäume anpflanzen könne.
Top: «Whopper» für Linkshänder (1998)
«Burger King introduces the left-handed Whopper», steht fett gedruckt am Anfang der Werbeanzeige. Gefolgt von: «Endlich, nach Jahren der Vernachlässigung, müssen Linkshänder beim Genuss von Amerikas beliebtestem Burger nicht mehr den traditionellen Essgewohnheiten von Rechtshändern entsprechen.»
Sämtliche Zutaten seien um 180 Grad gedreht im Burger platziert, was zu einem neuen Essvergnügen für Linkshänder führe. Die Folge: Tausende Menschen bestellen den «neuen» Burger, andere verlangen ausdrücklich nach der normalen Version für Rechtshänder.
Top: Fliegende Pinguine in der Antarktis (2008)
Dass Pinguine flugunfähig sind, weiss jedes Kind. Allerdings: «Diese kürzlich entdeckte Pinguinkolonie ist einzigartig», verkündet ein dick eingepackter Mann – Terry Jones, Dok-Filmer und Ex-Monty-Python – mitten in der Antarktis. «Diese kleinen Kerle können etwas, was kein anderer Pinguin kann.»
Die dicklich und ungelenk wirkenden Vögel heben tatsächlich ab und fliegen herum. Die Tiere flögen von der Antarktis bis in den südamerikanischen Regenwald, heisst es.
Hinter dem Filmchen steckt eine aufwendige Produktion, wie das «Making of …» zeigt. Ein weiterer gelungener Scherz aus dem Hause BBC.
Flop: Vulkanausbruch in Boston (1980)
Ein Bostoner TV-Sender bringt in den Nachrichten eine Eilmeldung, wonach der Great Blue Hill, ein Hügel nahe Boston, vulkanisch ausgebrochen sei. Lava und Asche bedrohten Wohngebiete, hiess es, während Bilder eines echten Vulkanausbruchs gezeigt wurden.
Auch wenn der Scherz am Ende des Beitrags aufgelöst wird: Menschen geraten in Panik, versuchen sich in Sicherheit zu bringen und rufen Polizei und Notdienste an.
Flop: Warnung vor Dihydrogenmonoxid (2013)
Zwei Radiomoderatoren eines Senders in Florida warnen die Bevölkerung vor Dihydrogenmonoxid, das aus den Wasserhähnen der Region austrete. Nun, inhaltlich ist diese «Warnung» korrekt, denn Dihydrogenmonoxid ist eine (unübliche) chemische Bezeichnung für Wasser.
Aber der Scherz führt zu öffentlicher Verwirrung und einer Vielzahl besorgter Anrufe beim örtlichen Wasserwerk. Auch das Umweltministerium schaltet sich ein. Das Moderationsteam wird vorübergehend suspendiert.
Flop: Eingestürzter Aussichtsturm (1989)
In Seattle berichtet ein lokaler TV-Sender, der «Space Needle», ein 184 Meter hoher Aussichtsturm, sei eingestürzt. Die Nachricht wird innerhalb einer Comedy-Show als Eilmeldung platziert und selbstverständlich mit manipuliertem Filmmaterial angereichert.
Obschon eine Einblendung dezent auf den Scherz hinweist, geraten Leute in Panik und der Notruf 911 muss unzählige Anrufe bewältigen.