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Glocken der Heimat Les carillons valaisans

In der Zeit zwischen 1939 und 1978 haben die Radiostudios Lausanne und Bern Walliser Glockenspiele aufgenommen. Als akustisches Gedächtnis unseres Landes sind sie in der Schweizerischen Landes-Phonotek archiviert. Einige davon wurden unter dem Titel «Les carillons valaisans» auf CD veröffentlicht.

Glocke neben Glocke hängt im Glockenturm der Abtei Saint-Maurice.
Legende: Das grösste Schweizer Glockenspiel erklingt in der Abtei Saint-Maurice im Kanton Wallis. Keystone

Glockenspiele haben im Wallis einen hohen Stellenwert, sowohl kulturhistorisch als auch volksmusikalisch. Die Tradition der Glockenspiele ist nach wie vor lebendig, auch wenn sie heute nicht mehr so intensiv gepflegt wird wie früher.

Melodien und Spielweise werden nicht schriftlich festgehalten. Sie überliefern sich sozusagen von Ohr zu Ohr. Dadurch verändern sie sich ständig. Einige der hier aufgeführten Aufnahmen sind mittlerweile verstummt oder haben ihren Klangcharakter verändert.

Die Glockenspiele erwachen zum Leben

Entstanden sind Carillons im 14. Jahrhundert. Um den ersten Stundenschlag nicht zu verpassen, wurde er mit einem sogenannten «Vorschlag» angekündigt. Durch verbesserte Form- und Giesstechnik wurde es mit der Zeit möglich, Glocken mit klar definierbaren Schlagtönen herzustellen. Dadurch erwachte ein musikalisches Interesse. Bei entsprechender Glockenzahl wurden Hymnen- oder andere Liedteile als Vorschlag intoniert.

Melodie und Harmonie

Es gibt melodische und harmonische Glockenspiele. Die melodischen setzen sich aus Teilen einer Tonleiter zusammen. Die harmonischen entstehen durch einen Akkord, ergänzt durch Sekunde, Sexte oder Septime. Auf melodischen Spielen werden oft populäre oder religiöse Weisen intoniert. Die harmonischen produzieren rhythmische Klangspiele.

Rar und originell

Die Auswahl der hier wiedergegebenen Glockenspiele ist zufällig. Wichtigstes Kriterium zur Auswahl war das Vorhandensein einer Aufnahme. Im Weiteren wurde das Alter, die Originalität der Interpretation oder des Klangs berücksichtigt. In der Auswahl finden sich auch Glockenspiele, die sich verändert haben oder ganz verstummt sind.

Les carillons valaisans

Ort Carilloneur AufnahmeJahr
Ardon Amédée Gaillard Radio-Lausanne1939Hören
Ausserberg Edmund Theler Radio-Bern1957Hören
Ayent Joseph Morard Radio-Lausanne1960Hören
Blitzingen Zacharias Bittel Radio-Bern1957Hören
Bourg-Saint-Pierre Charles Genoud Radio-Lausanne1958Hören
Bramois Charles Burket Radio-Lausanne1957Hören
Chalais Martial Perruchoud Radio-Lausanne1957Hören
Champéry Rémy Mariétan Radio-Lausanne1946Hören
Chandolin Basile Zufferey Radio-Lausanne1961Hören
Conthey Abbé Augustin Salamolard Radio-Lausanne1960Hören
Eischoll Theodul Brunner Radio-Bern1997Hören
Evolène Pierre Beytrison Radio-Lausanne1958Hören
Finhaut Amy Lugon-Moulin Radio-Lausanne1958Hören
Grimentz Lucien Epiney Radio-Bern1961Hören
Grimisuat Bruno Balet Radio-Lausanne1960Hören
Kippel Zacharias Rieder Radio-Lausanne1953Hören
Lens Chanoine François Rey Radio-Lausanne1960Hören
Mörel Josef Kiechler Radio-Bern1957Hören
Münster Robert Guntern Radio-Bern1955Hören
Muraz Daniel Pont Radio-Bern1959Hören
Nax Daniel Udrisard Radio-Lausanne 1956 Hören
Niederwald Bruno Jentsch Radio-Lausanne1957Hören
Port-Valais Aloys Seydoux Radio-Lausanne1957Hören
Raron Jules Jeiziner Radio-Bern1959Hören
Revereulaz Alphonse Fracheboud Radio-Lausanne1957Hören
Sembrancher Jean Taramarcaz Radio-Lausanne1960Hören
Staldenried Edmund Furrer Radio-Lausanne1957Hören
St-Léonard Hyacinthe Clivaz Radio-Bern1961Hören
St-Martin Louis Barmaz Radio-Lausanne1960Hören
Törbel Heinrich Kalbermatten Radio-Bern1957Hören
Vercorin Gerbert Marthy Radio-Lausanne1961Hören
Vernamiège Henri Pannatier Radio-Lausanne1960Hören
Veysonnaz Louis Praz Radio-Lausanne1956Hören
Visperterminen Paul Stoffel Radio-Bern1978Hören
Zeneggen Heinrich Pfammatter Radio-Lausanne1957Hören