«Albany» oder wenn ein Familiendrama zum Erfolg wird

«Es gibt Lieder, die sind unsterblich», meint Schlagerexperte Roger de Win. Für ihn gehört «Albany» von Roger Whittaker in diese Kategorie. Ein Lied, das eine tragische Geschichte erzählt.

Ein Sänger mit grauen Haaren und Brille mit Mikrofon bei einem Auftritt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Roger Whittaker 20014 in der Fernsehshow «Willkommen bei Carmen Nebel» in Magdeburg. Keystone

Roger Whittaker sitzt mit seiner Gitarre auf einem Barhocker und singt mit ruhiger Stimme «Albany». Der unsterbliche Schlager ruft dieses Bild bei Roger de Win in Erinnerung. «Eine Stimme, die einem tief in der Seele berührt und eine Melodie mit hohem Erkennungswert», so der Schlagerexperte.

Duell um eine Frau

Dabei liegt dem Lied ein Familiendrama zugrunde. Zwei Brüder – Charles und Gordon McKenzie – streiten sich um eine schöne Frau. Beim Duell mit Säbeln verliert Charles sein Leben. Sein Bruder wird als Mörder von der Familie verachtet und flieht. Von da an träumt er sein Leben lang vom Heimatschloss Albany.

Diese Geschichte geht unter die Haut! Sie ist aber frei erfunden. «Albany» stammt aus der Feder von Nick Munro, der die Namen passend zum Reim ausgesucht hat.

Die McKenzies dementieren

In Grossbritannien gibt es zwar tatsächlich einen Familienclan namens McKenzie. Diesem war es 2012 offensichtlich ein Anliegen zu bekräftigen, dass sich in ihrer Familie nie ein solches Drama abgespielt habe und dass sie auch nie ein Schloss namens Albany besessen hätten.

Schloss hin oder her: Für Roger Whittaker war «Albany» 1982 sein erster deutscher Hit. Er schaffte es damit auf Platz 1 in der ZDF Hitparade und legte so die Basis für seinen weiteren Erfolg.