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«Azzurro» war nicht einfach blau
Aus Audio MW vom 17.04.2019.
abspielen. Laufzeit 03:36 Minuten.
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Peter Rubin «Azzurro» war nicht einfach blau

Als «Azzurro» 1958 von Adriano Celentano gesungen wurde, steckte die Melodie voller Sehnsucht, Liebeskummer und Melancholie. In der deutschen Version hingegen beschränkte man sich auf italienische Klischees und materielle Vorzüge.

Mann vor marmoriertem Hintergrund.
Legende: Durch seine Körpergrösse von 2 Metern erhielt Peter Rubin den Titel des grössten Schlagersängers Deutschlands. zvg

Die italienische Originalversion des Evergreens «Azzurro» ist fürwahr ein Meisterwerk des Komponisten Paolo Conte. Ein italienischer Jüngling trauert darin seiner Liebsten nach, die im Flugzeug von dannen zieht. Wenn der Interpret Adriano Celentano also von himmelblauen Nachmittagen singt, meint er nicht etwa das strahlendschöne italienische Wetter. Vielmehr umschreibt er damit die melancholische, drückende Stimmung, die ihn gefangen hält. Er schnappt sich folglich den nächstbesten Zug und will seiner Liebsten nachfahren. Dabei erkennt er, dass der Zug der Wünsche in der entgegengesetzten Richtung unterwegs ist.

Dolce Vita anstatt Sehnsucht

Das Potential der Melodie erkannte man auch im deutschsprachigen Raum. Die beschriebene Handlung allerdings schätzte man als viel zu dramatisch ein. Das hiesige Publikum sollte lieber mit italienischem Dolce Vita zufriedengestellt werden. So blieb von «Azzurro» lediglich die wörtliche Übersetzung «himmelblau» übrig.

Der deutsche Interpret Peter Rubin verkörperte den rechtschaffenen Traumschwiegersohn, der sich nach einem Posten als Direktor und finanzieller Unabhängigkeit sehnt.

Ein Achtungserfolg

Die deutsche Version von «Azzurro» wurde ein Achtungserfolg und landete 1968 auf Platz 17 der deutschen Hitparade. Auch Vico Torriani brachte im selben Jahr eine eigene Version heraus. Peter Alexander zog 1988 nach. Bei ihm wurde der Text nochmals umgekrempelt. Seine witzige und charmante Spielerei rund um die Farbe blau wurde dann allerdings kein Hit mehr.

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