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Frauen heben ein Schild «Wie lang no?» an einer Demo 1991.
Legende: Keystone
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Frauenstreik So kann Mann sich im Alltag für Gleichberechtigung einsetzen

Überall Feminismus und du weisst nicht, was du als Mann machen kannst? Wir haben dir 15 Tipps zusammengetragen, die schon für einen immensen Unterschied im Alltag sorgen würden.

  1. Stelle Ungleichheit nicht infrage. Es gibt auch in der Schweiz ganz klare Statistiken, Link öffnet in einem neuen Fenster, die beweisen, Männer sind am längeren Hebel. Unter den Personen, die eine universitäre Hochschule absolviert haben, verdienen Frauen pro Monat 2322 Franken weniger als Männer. Je höher die Ausbildung, desto höher das Lohngefälle. Das zeigt auch eine aktuelle Lohnumfrage bei Bankangestellten.
  2. «Mansplaining» – achte dich darauf. Gibt es Momente, in denen du etwas einer Frau erklärst, ohne zu wissen, ob sie es vielleicht schon weiss? Man kann auch fragen: «Wusstest du, dass..?»
  3. Lass Frauen ausreden. Unterbrich den Mann, der gerade eine Frau unterbricht mit einem simplen: «Ich glaub, Lisa war noch nicht fertig.»
  4. Transfrauen sind Frauen. Akzeptiere, dass Frausein nicht nur biologisch bestimmt, sondern auch eine Frage der Selbstbestimmung ist.
  5. «Helfe» nicht im Haushalt: Mach einfach die Hälfte. Diese Aufgabe ist nicht für Frauen bestimmt.
  6. Erzähl deiner Arbeitskollegin, wie viel du verdienst, wenn sie fragt. Besprecht die möglichen Gründe für den Lohnunterschied. Gibt es eventuell eine Abweichung in der Qualifikation oder in den Kompetenzen? Wenn der Lohnunterschied auf keinem sogenannten objektiven Grund basiert und somit unerklärt bleibt und sie ihren Chef darauf ansprechen will, unterstütze sie!
  7. Lach nicht mit, wenn deine Kolleginnen oder Freunde frauenfeindliche Witze machen. Merk dir den Satz: «Find ich nicht lustig». Falls du es doch lustig findest: Interessant, dass du bis hierher gelesen hast. Bleib dran.
  8. Siehst du aus wie ein Model? Nein? Dann erwarte es auch nicht von Frauen. Wir wollen nicht alle dünn sein.
  9. Kommentiere nicht unerwünscht den Körper einer Frau. Wie zum Beispiel: «Man sieht, dass du dich ein bisschen entspannt hast in Italien. *Zwinker*»
  10. Es ist nicht schwer, die von Menschen bevorzugten Pronomen zu respektieren. Du kannst fragen: «Was ist dein Pronomen?» und wenn sie keins wollen, dann nenne sie beim Namen: «Sam war an dem Abend nicht dabei.»
  11. Hast du einen Mann schon mal hysterisch genannt? Leidenschaftlich eine Meinung zu vertreten, nennt man bei Männern meistens «Ambition» oder «engagiert» – bei Frauen sind es aber schnell negative Wörter. Achte dich mal drauf!
  12. Wenn du Belästigung oder andere Übergriffe beobachtest, mach etwas dagegen. Tu es, ohne für die Betroffenen zusätzlich belastend zu werden.
  13. Feminismus ist eine extrem vielfältige Bewegung und es gibt darin die unterschiedlichsten Positionen. Das heisst: Es gibt keine endgültigen Antworten.
  14. Die «Friendzone» gibt es nicht. Frauen schulden dir nichts, auch wenn du nett zu ihnen bist.
  15. Hinterfrage den Begriff «Männlichkeit». Bier, Burgers und Autos sind vielleicht gar nicht dein Ding? Es ist an der Zeit, diese Stereotypen hinter uns zu lassen und uns zu erlauben, dass zu leben, was uns gefällt.

Illustrationen von Laura Callaghan

Eine Illustration von drei kämpferischen Frauen.
Legende:Laura Callaghan

Callaghan hat fast 300k Follower auf Instagram, Link öffnet in einem neuen Fenster und illustriert Frauen jeden Alters und jeglicher Hautfarbe – real und naturgetreu.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Johannes  (simon.johannes)
    Ich setze mich auch für etwas ein: Die Abschaffung des Frauenwahlrechtes.
    Wer im Krieg nicht im Militär sein muss, soll auch nicht über Krieg und Frieden entscheiden. Denn wir Männer müssen bei Fehlentscheidungen die Hauptlast tragen. Das war früher übrigens anders, als die Frauen noch mehrfache Mütter waren und ihre Kinder nicht in Krippe abschoben. Doch heute, bei der hohen Anzahl an Kinderlosigkeit, Kindermangel und Selbstverwirklichung hat “Frau” genug Zeit für gleiche Pflichten.
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  • Kommentar von P Gasser  (pasgas)
    Bis auf Punkt 10 und 14 kann ich alle Unterschreiben. Aber entschuldigung. Punkt 10 ist Mist. Jeder Person kann aufgrund des Aussehens ein Pronomen zugeordnet werden. Punkt. In 99.9% der Fälle liege ich hier richtig. Und wegen dieser kleinen, unbedeutenden Minderheit, wird sicher nicht die ganze Art wie wir sprechen und kommunizieren umgestellt. Zur Friendzone: Es gibt leider auch viele Frauen die die Gutmütigkeit der Männer ausnutzen. Gleichberechtigung ist keine Einbahnstrasse liebe Leute.
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    1. Antwort von SRF Virus (SRF)
      @P Gasser Zu Punk 10: Es gibt aber auch Menschen, die wollen gar nicht, dass ihnen ein Pronomen zugeordnet wird und das ist völlig okay so!
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  • Kommentar von Katja Richner  (Petra Beer)
    Lustig: Man solle also Ungleichheit nicht in Frage stellen. Das hört sich schon fast nach einer Religion an, wo man einfach glauben soll, wo es Blasphemie ist, wenn man etwas hinterfragt. Sorry, das ist nun wirklich absoluter Schwachsinn! economiesuisse hat gerade erst kürzlich dargelegt, weshalb der Gender Pay Gap auf tönernen Füssen steht, weil nämlich nicht sämtliche lohnrelevanten Kriterien einbezogen werden.
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