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Neue CH-Bands Mnevis sind die neuste Attraktion aus... Beinwil am See

Die evangelisch-reformierte Kirche von Beinwil am See muss sich warm anziehen: Die Aargauer Gemeinde hat eine neue Attraktion! Mnevis haben zwar keine Glocken, aber dafür Gitarre und Schlagzeug. Nach 10 Jahren Bandgeschichte taufen sie ihr Debütalbum «Episodes» mit einem Besuch bei uns im Studio.

Gerne würden wir an dieser Stelle ein herzerwärmendes Musikmärchen erzählen. Ein Märchen von vier Jugendfreunden, die über die Jahre hinweg still und heimlich in ihrem Proberaum an den ganz grossen Songs geschrieben haben und jetzt, zehn Jahre später, endlich den Schritt aus dem muffigen Keller herauswagen. Aber das wäre nur die halbe Wahrheit.

Was stimmt: Ja, die vier Jungs von Mnevis, Link öffnet in einem neuen Fenster sind tatsächlich Kollegen seit einer halben Ewigkeit, haben ihre Band effektiv vor zehn Jahren gegründet – und stammen sogar alle aus dem gleichen Ort: Beinwil am See, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Aber musikalisch unbeschriebene Blätter, die sich bislang ausschliesslich im eigenen Übungsraum verschanzt haben, sind die einzelnen Mitglieder dann doch nicht. Mario Hänni alias Rio sass und sitzt schon bei Pablo Nouvelle und Sophie Hunger hinter den Drums, Mnevis-Bassist Lukas Weber ist Teil der Liveband von Long Tall Jefferson.

Dieser Tage veröffentlichen Mnevis ihr Debütalbum «Episodes». Ein Album, das trotz zehn Jahren vor-sich-Hinköcheln überhaupt nicht weichgekocht anmutet.

So wirken die zehn Songs des Albums weder hin-, her- noch überproduziert. Im Gegenteil: «Episodes» klingt bisweilen so spontan, als ob man von der Band höchstpersönlich in den Proberaum hineingewunken wird. Dort sitzen wir dann ganz still auf einem Hocker am Rand und lauschen mit einer Bierdose in der Hand mit.

Das heisst auch, dass in der zweiten Hälfte des Albums die Songs gerne mal ausufern und die Sechs-Minuten-Marke überschreiten. Ausser auf der Leadsingle «The Kids in Town» wird man nicht gerade von catchy Refrains angesprungen.

Achtung: In diesem Abschnitt kommt noch ein Radiohead-Vergleich

Genau darum ist «Episodes» auch ein Album, welches zwingend von A bis Z am Stück durchgehört werden muss. Mnevis servieren keine Appetithäppchen, sondern einen ganzen Viergänger. Damit bedienen die vier Aargauer vielleicht nicht die Hörgewohnheiten von «Generation Spotify», aber es ist trotzdem eine Freude – und im Jahr 2019 leider keine Selbstverständlichkeit mehr –, dass sich Bands noch immer Zeit nehmen, ganze Alben mit einer überlegten Dramaturgie zu produzieren.

Noch ein Wort Musik: Junge Schweizer Bands mit Radiohead zu vergleichen ist ja eigentlich total unsinnig, aber bei treibenden, labyrinth-haften Tracks wie «Cuboids» oder «Cosmos» sind Radiohead halt dann doch die erste Band, die einem als Vergleich einfällt. Sorry dafür.

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