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Let's Play Ein perfektes Remake: «Tony Hawk's Pro Skater 1+2»

Spielt sich genau gleich, sieht aber viel besser aus – und beweist, wie zeitlos gut dieses Game ist.

Video: Guido spielt «Tony Hawk's Pro Skater 1+2» (Let’s Play)

Die längste und schönste Kombination aus Grabs, Flips, Grinds, Lips und Manuals stehen, sich mit Freunden oder Geschwistern messen und dazu einen tollen Soundtrack aus Punk-Rock und Ska hören – das war für viele um 2000 die liebste Freizeitbeschäftigung.

«Tony Hawk»-Entwickler Neversoft war technisch bewandert, mit Activision war ein grosser Distributor und mit Tony «Birdman» Hawk ein berühmter Name an Bord. Entsprechend erfolgreich war die Game-Serie. Die erste Ausgabe erschien 1999 auf der Playstation und danach auf jeder erdenklichen Konsole und PC. Doch nach ungefähr der dritten Ausgabe wurden die Games immer schlechter, bis zum grauenhaften «Tony Hawk: Ride», Link öffnet in einem neuen Fenster, das mehrere «Schlechtestest Game des Jahres»-Trophäen abholte und der Serie den Todesstoss versetzte.

Doch nun ist «Tony Hawk» oder «THPS» zurück – als Remake. Und erstrahlt im alten Glanz: Das ist nicht nur ein grossartiges Remake, sondern immer noch ein grossartiges Game.

Es enthält alle Skate-Parks aus den ersten zwei Ausgaben, ebenso den nach wie vor grossartigen Soundtrack. Neben vielen kleinen, angenehmen Verbesserungen für moderne Gewohnheiten (beispielsweise bricht ein Song nicht ab, wenn wir einen Run neustarten) und ein paar wenigen Anleihen aus späteren Games (wie dem Revert) ist es ein lupenreines Remake: Es ist genau gleich, sieht einfach viel, viel besser aus.

Wer also den perfekten Run von 2000 noch im Muskelgedächtnis hat, wird den wieder genau so hinlegen können – alle Knöpfe machen das gleiche wie früher, jede Rampe steht noch genau da, wo sie früher stand, und die wenigen modernen Songs, die hinzugefügt wurden, passen so nahtlos, als wären sie schon immer dagewesen.

Die Kernmechanik des Games spricht zwei Bedürnisse an: Erstens den guten alten High Score zu schlagen, also immer noch komplexere Linien und Trick-Kombinationen zu finden und sauber auszuführen. Und zweitens sind in jedem Skatepark unter Zeitdruck besondere Sprünge zu finden, Gegenstände zu entdecken oder die Buchstaben «S-K-A-T-E» abzufahren. Das ist nicht einfach eine tumbe To-Do-Liste, sondern gibt uns einen Anreiz, die Levels bis in den hintersten Winkel zu erkunden und so neue Möglichkeiten für Tricks zu entdecken – und immer noch einen Run mehr zu beginnen, bis es plötzlich zwei Uhr morgens ist.

Dank der «Mods» ist das Spiel sowohl für erfahrene Skater auf der Suche nach einer Herausforderung als auch für Neulinge zugänglich: Wir können zum Beispiel die Balance auf einer Kante oder einem Geländer auf automatisch einstellen oder mit «No Bails» verhindern, dass wir je umfallen. Ohne «Mods» ist das Spiel sehr schwierig – wie beim echten Skaten gilt auch hier: üben, üben, üben. Mit «Mods» verschwindet die Frustgefahr. Einfach wird es aber keineswegs, denn eine tolle Kombo muss man immer noch selber finden.

Dass ein Remake so perfekt gelingt, ist alles andere als selbstverständlich. In keinem anderen Medium hat sich die Technologie in den letzten 20 Jahren so enorm verändert. Kein bisschen der Hardware von damals spielt heute noch eine Rolle. So musste Entwickler Vicarious Visions komplett von vorne beginnen; auch die Erfahrung, die das Studio mit diversen Ausgaben von «Tony Hawk» für portable Spielkonsolen bereits hatte, half ihnen dabei wohl nur wenig. Trotzdem ist es gelungen, die Emotionen und die Mechanik der ersten Ausgaben buchstabengetreu umzusetzen – und gleichzeitig ein modernes Game zu produzieren, das weder alt noch gebrechlich wirkt.

«Tony Hawk's Pro Skater 1+2» ist für Playstation 4, Xbox One und Windows PC.

Radio SRF 3, 8.9.2020, 16:15

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