Zum Inhalt springen

Header

«We Are Lady Parts»
Legende: «We Are Lady Parts» Channel 4
Inhalt

Serientipp «We Are Lady Parts»: 4 muslimische Frauen gründen eine Punkband

Eine muslimische Frauen-Punkband sucht eine neue Gitarristin. Fündig wird sie in der neuen, chaotischen Comedyserie «We Are Lady Parts» aus Grossbritannien, in welcher Stereotypen und Klischees nicht ohne Augenzwinkern auskommen.

Eigentlich trifft man Mittzwanzigerin Amina vor allem im Labor an. Dort, wo sie zwischen Reagenzgläsern und Messzylindern an ihrem PhD in Mikrobiologie arbeitet. Und trotzdem: In Amina schlummert ein Rockstar.

Einziger Stolperstein: das Lampenfieber. Sobald die junge Muslima nämlich eine Bühne betritt, muss sie sich sofort übergeben.

Da kommen die «Lady Parts» gerade richtig. Denn die rumplige Punkband, bestehend aus Saira, Ayesha, Bisma und Managerin Momtaz, ist gerade auf der Suche nach einer weiteren Gitarristin.

Und weil Ayeshas Bruder Ahsan sowieso seit längerem auf Aminas Liste potenzieller Ehemänner steht, liessen sich mit einem Engagement in dieser ungewöhnlichen Band unter Umständen gleich zwei Fliegen mit derselben Klappe schlagen: Das Glück in der Liebe und das Glück in der Musik ist für Amina möglicherweise nur ein Gitarrenriff weit entfernt.

«We Are Lady Parts»: Wo schauen?

Box aufklappenBox zuklappen

Neue Episoden von «We Are Lady Parts» werden zurzeit auf dem britischen TV-Sender «Channel 4» (verfügbar im Angebot aller gängigen Schweizer TV-Anbieter) jeden Donnerstag um 23 Uhr ausgestrahlt.

Ausserdem wäre die vollständige Staffel auf der Webseite von «Channel 4», Link öffnet in einem neuen Fenster verfügbar, dort allerdings nur via VPN.

Wir unterstreichen es gleich nochmals: Die «Lady Parts» sind eine Punkband, bestehend aus muslimischen Frauen. Ja, das ist ungewöhnlich.

Doch auch wenn «We Are Lady Parts» voll und ganz in dieser nicht für Punkmusik bekannten Lebenswelt spielt – Sängerin Saira arbeitet in einer Halal-Metzgerei, Managerin Momtaz trägt ausschliesslich Niqab und Burqa – ist die Serie weit mehr als ein blosses Abklappern bereits bekannter Stereotypen.

Anstatt ein weiteres Mal sämtliche Klischees der «unterdrückten» muslimischen Frau wiederzukäuen, setzt «We Are Lady Parts» viel lieber auf eine von Selbstbestimmung geprägte und optimistische Weltanschauung.

So passieren die Konflikte innerhalb der sechs rund 25-minütigen Episoden nicht aufgrund religiöser Differenzen, sie entstehen aus zwischenmenschlichen Meinungsverschiedenheiten.

Songs über Ehrenmorde und Voldemort

«We Are Lady Parts» basiert auf einer Idee von Nida Manzoor, welche letztes Jahr bereits für zwei Episoden der britischen Kult-Sci-Fi-Serie «Doctor Who» hinter der Kamera stand.

Manzoor stammt – wie auch ihre Hauptfigur Amina – aus einer Familie von pakistanisch-stämmigen Briten, und hat ihre Serie als Antithese zu den immergleichen Islam-Klischeedramas über Ehrenmorde, Bekleidungsverbote und Zwangsehen konzipiert.

Themen, die in «We Are Lady Parts» nur dann aufgegriffen werden, wenn die Band in den eigens für die Serie geschriebenen Songs, Link öffnet in einem neuen Fenster augenzwinkernd darüber singt.

Durch den starken Fokus auf Freundschaft zwischen junger Frauen in einer eng gesteckten Community ist «We Are Lady Parts» am ehesten in der Nähe der drolligen Netflix-Serie «Derry Girls» anzusiedeln.

Zudem erinnern die zum Teil sehr absurden Slapstick-Momente, in denen Amina das Geschehen auch mal ganz Frank-Underwood-Like mit Blick in die Kamera kommentiert, stellenweise an den Serien-Triumph «Fleabag». Eine Serie, die wie «We Are Lady Parts» ebenfalls der erfolgreichen Comedy-Küche des britischen Senders «Channel 4» entsprungen ist.

8 von 10 Punkten.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

Es wurden noch keine Kommentare erfasst. Schreiben Sie den ersten Kommentar.