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Legende: Kämpfen um die begehrten Goldstatuen: «Green Book», «Black Panther», «A Star Is Born» und «Bohemian Rhapsody» (i.UzS) Collage SRF
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Vorschau: Oscars 2019 Oscar-Verleihung 2019: Wir kennen alle 24 Gewinner schon jetzt

Okay, vielleicht nicht ganz alle... Aber immerhin lagen wir letztes Jahr mit 21 unserer Tipps goldrichtig. Dass unsere Vorschau für die diesjährige Oscar-Verleihung ähnlich gut ins Schwarze trifft, können wir jedoch nicht versprechen. Schliesslich ist das Rennen 2019 noch offener als letztes Jahr.

Hätten wir unsere traditionelle Oscar-Vorschau bereits im Oktober publiziert, dann wäre die zentrale Frage an dieser Stelle eine ganz andere gewesen: Schafft es «A Star Is Born», die tragische Liebesgeschichte zwischen Lady Gaga und Bradley Cooper, als erster Film seit «The Silence of the Lambs» in allen «grossen 5» Oscar-Kategorien zu triumphieren?

«Bester Regisseur», «Bester Hauptdarsteller», «Beste Hauptdarstellerin», «Bestes Drehbuch» und natürlich «Bester Film»: Die Trophäen lagen für «A Star Is Born» in Griffnähe.

Die Oscar-Verleihung auf SRF

Die Oscar-Verleihung auf SRF

Wie bereits letztes Jahr überträgt «Glanz und Gloria» die Oscar-Verleihung 2019 im Dolby Theatre in Los Angeles live im TV auf SRF zwei.

Los geht's in der Nacht auf Montag, dem 25.2., ab 00:10 Uhr mit dem Schaulaufen auf dem Roten Teppich. Die eigentliche Zeremonie beginnt um 2 Uhr.

Drei Monate später sieht alles anders aus: Der Enthusiasmus um «A Star Is Born» ist weg und spätestens seit dem 22. Januar, dem Tag an dem die Oscar-Nominierungen bekannt gegeben wurden und es für Bradley Cooper in der Kategorie «Bester Regisseur» nicht einmal zu einer Nomination gereicht hat, ist klar: Die 91. Oscar-Verleihungen werden nicht zum Triumphzug für «A Star Is Born».

Und dann waren da ja noch die Preisverleihungen der verschiedenen Zünfte: Schauspieler_innen, Produzent_innen, Drehbuchautor_innen, Kameraleute etc. Die finden jeweils im Vorfeld der Oscar-Verleihungen statt. Und weil sich dort ebenfalls kein Favorit herauskristallisiert hat, ist das Rennen um den grossen Preis heuer sogar noch offener als letztes Jahr.

Sechs der acht nominierten Filme dürfen sich ernsthafte Hoffnungen auf die prestigeträchtigste aller 24 Statuen machen. Wir gehen sie der Reihe nach durch:

«Bester Film»: das sind die Nominierten und ihre Chancen

Die acht nominierten Filme in der Kategorie «Bester Film» – im Ranking von «Aussenseiter» bis «wahrscheinlicher Gewinner»:

8. «Vice»

Das spricht dafür: Regisseur Adam McKay konnte bereits mit seinem Vorgängerfilm «The Big Short» einen Oscar-Erfolg erzielen; Treffsicheres Casting und beeindruckende schauspielerische Leistungen – insbesondere jene von Christian Bale als Dick Cheney.

Das spricht dagegen: Hat an den Kinokassen keine grossen Stricke zerrissen; durchschnittliche Kritiken von Filmkritikern.

7. «BlacKkKlansman»

Das spricht dafür: Die längst überfällige Nomination für einen Film von Regisseur Spike Lee. «BlacKkKlansman» ist zwar weit davon entfernt, Spike Lees bester Film zu sein, das spielte in der Geschichte der Oscars aber noch selten eine Rolle.

Das spricht dagegen: War in der diesjährigen «Awards-Season» – so nennt man in der Branche den Zeitraum zwischen den «Golden Globes» und der Oscar-Verleihungen – zwar fast überall nominiert, hat aber kaum Preise gewonnen.

6. «A Star Is Born»

Das spricht dafür: Eine altehrwürdige Geschichte, wie sie Hollywood und die «Academy» liebt; Tolle Musik mit Songs, die es sogar in die Charts geschafft haben; Ein Erfolg an den Kinokassen; Alles in allem: ein hervorragender Film.

Das spricht dagegen: Das grosse Rätsel der diesjährigen «Awards-Season»: Was ist mit «A Star Is Born» passiert? Vielerorts nominiert, aber schlussendlich gab’s (bislang) kaum Preise für den Film – und das dürfte sich auch in der Nacht auf Montag nicht ändern.

Liegt es daran, dass man Schauspieler Bradley Cooper, der bei diesem Film zum ersten Mal selbst Regie geführt hat, nicht zu früh in seiner Karriere «krönen» möchte? Liegt es daran, dass Cooper gerne die Presse meidet und im Vorfeld der Oscar-Verleihungen nicht bei den richtigen Leuten Händeschütteln ging? Oder liegt es am deprimierenden Ende des Films?

5. «The Favourite»

Das spricht dafür: Zusammen mit «Roma» die meisten Nominierungen (10) aller nominierten Filme, was für eine breite Unterstützung quer durch die «Academy» spricht; «The Favourite» ist ein Kostümdrama, ein in der Vergangenheit höchst erfolgreiches Oscar-Genre; Ein Film mit «starken» Frauen im Zentrum; Haufenweise Preise an den «BAFTAs», den britischen Oscars.

Das spricht dagegen: Alles in allem ein ziemlich «weirder» Film mit einem eher unkonventionellen Look; Kein Film mit Happy End.

4. «Black Panther»

Das spricht dafür: Gehört bezüglich Einspielergebnissen zu den zehn erfolgreichsten Filmen aller Zeiten; Hat den Zeitgeist durchdrungen wie kaum ein anderer Film dieses Jahr; Sowohl vor, als auch hinter der Kamera waren fast ausschliesslich afroamerikanische Filmschaffende am Werk, die in der Vergangenheit von Hollywood allzu oft ignoriert wurden; Sieg in der Hauptkategorie an den Awards der Schauspielgilde («SAG-Awards»).

Das spricht dagegen: Filme mit Superhelden haben in der «Academy» einen äusserst schweren Stand. So ist «Black Panther» in der Geschichte der Oscars der erste Superhelden-Film überhaupt, der es in der Kategorie «Bester Film» ins Feld der Nominierten geschafft hat.

3. «Bohemian Rhapsody»

Das spricht dafür: «Golden Globe»-Gewinner in der Kategorie «Bester Film» (Drama); Ein riesiger Erfolg an den Kinokassen; Leute lieben Queen und ihre Musik; Die Art, wie die Academy den «Besten Film» wählt (Stichwort: «Prefential Balloting», mehr dazu weiter unten), könnte dem Film ebenfalls entgegen kommen.

Das spricht dagegen: Real Talk: Abgesehen von der durchaus beeindruckenden Performance von Rami Malek und der Musik von Queen ist «Bohemian Rhapsody» ein Film, der gerade auf technischem Level den anderen Nominierten weit hinterherhinkt; Regisseur Bryan Singer wurde während den Dreharbeiten gefeuert und ist seither in diverse #MeToo-Skandale, Link öffnet in einem neuen Fenster verwickelt: Möchte die «Academy» wirklich so einen Film auszeichnen?

2. «Green Book»

Das spricht dafür: «Golden Globe»-Gewinner in der Kategorie «Bester Film» (Komödie); Ein Publikumsliebling an zahlreichen Filmfestivals; Sieg in der Hauptkategorie der Produzentengilde («PGA-Awards»).

Das spricht dagegen: Ein Film mit problematischem Inhalt, Link öffnet in einem neuen Fenster; Drehbuchautor Nick Vallelonga, auf dessen Vaters Geschichte der Film basiert, fiel im Vorfeld mit einigen unqualifizierten Bemerkungen, Link öffnet in einem neuen Fenster auf; Regisseur Peter Farrelly ist in der Kategorie «Bester Regisseur» nicht nominiert. In der Geschichte der Oscars ist es bisher erst wenige Male vorgekommen, dass ein Film zum «besten Film» gewählt wird, dessen Regisseur nicht nominiert ist.

1. «Roma»

Das spricht dafür: Schlicht und einfach ein hervorragender Film; Zusammen mit «The Favourite» am meisten Nominationen aller nominierten Filme – darunter auch in Kategorien, die man im Vorfeld nicht erwarten durfte; Auszeichnung zum besten Film an den «BAFTAs», Hauptpreis an der Preisverleihung der Regisseur_innengilde («DGA-Awards»), Sieger in der Kategorie «Bester fremdsprachiger Film» an den «Golden Globes».

Das spricht dagegen: «Roma» ist ein Netflix-Film – und dessen kontroverse Veröffentlichungsstrategie von Filmen geniesst in der «Academy» nach wie vor einen sehr schlechten Stand. Protestvoten sind möglich.

So wird gewählt – oder: Was sind eigentlich «Preferential Ballots»?

In 23 der 24 Kategorien haben die rund 8'000 Mitglieder der «Academy» jeweils eine Stimme. Der Nominierte mit den meisten Stimmen erhält den Oscar. Ganz einfach.

Komplizierter wird's in der Kategorie «Bester Film». Dort wird der Sieger via «Preferential Voting» ermittelt. Heisst: Jedes «Academy»-Mitglied erstellt ein Ranking aller acht nominierten Filme – von «mag ich am meisten» bis «mag ich am wenigsten». Anschliessend werden die Filme anhand der Anzahl von 1.-Platz-Stimmen sortiert.

Erreicht kein Film 50% aller 1. Platz-Stimmen, wird der Film mit den wenigsten 1.Platz-Stimmen gestrichen – und es wird neu gezählt. Heisst: Erreicht mein Film, den ich auf Platz 1 gewählt habe, insgesamt am wenigsten 1.-Platz-Stimmen, steht neu mein zweitplatzierter Film an der Spitze meiner Liste.

Dann wird erneut gezählt. Und zwar so lange, bis ein Film 50% aller 1.-Platz-Stimmen erreicht. Heisst im Klartext: Gibt es keinen eindeutigen Favoriten – so wie dieses Jahr – steigen die Chancen von Filmen, die von einer Mehrheit der «Academy» als «ganz okay» empfunden wurden.

National Geographic
Legende: «Free Solo» Die unglaubliche Kletterdoku «Free Solo» sorgt beim Zuschauer für Herzrasen. National Geographic

Die weiteren Kategorien

In der Nacht auf Montag werden insgesamt 24 Statuen verliehen. Das sind unsere Tipps in den weiteren Kategorien (und selbstverständlich haben wir auch noch unsere persönlichen Favoriten aufgelistet):

Bester Regisseur

Wird & soll gewinnen: Alfonso Cuarón, «Roma»

Bester Hauptdarsteller

Wird gewinnen: Rami Malek, «Bohemian Rhapsody»
Soll gewinnen: Bradley Cooper, «A Star Is Born»

Beste Hauptdarstellerin

Wird gewinnen: Glenn Close, «The Wife»
Soll gewinnen: Melissa McCarthy, «Can You Ever Forgive Me?»

Bester Nebendarsteller

Wird gewinnen: Mahershala Ali, «Green Book»
Soll gewinnen: Richard E. Grant, «Can You Ever Forgive Me?»

Beste Nebendarstellerin

Wird & soll gewinnen: Regina King, «If Beale Street Could Talk»

Bestes adaptiertes Drehbuch

Wird gewinnen: Charlie Wachtel & David Rabinowitz und Kevin Willmott & Spike Lee, «BlacKkKlansman»
Soll gewinnen: Nicole Holofcener und Jeff Whitty, «Can You Ever Forgive Me?»

Bestes Originaldrehbuch

Wird gewinnen: Deborah Davis und Tony McNamara, «The Favourite»
Soll gewinnen: Paul Schrader, «First Reformed»

Beste Kamera

Wird gewinnen: Alfonso Cuarón, «Roma»
Soll gewinnen: Łukasz Żal, «Cold War»

Bester Schnitt

Wird gewinnen: Hank Corwin, «Vice»
Soll gewinnen: Yorgos Mavropsaridis, «The Favourite»

Bestes Szenenbild

Wird gewinnen: Fiona Crombie und Alice Felton, «The Favourite»
Soll gewinnen: Eugenio Caballero, «Roma»

Bestes Kostümdesign

Wird & soll gewinnen: Sandy Powell, «The Favourite»

Bestes Make-up und beste Frisuren

Wird & soll gewinnen: Greg Cannom, Kate Biscoe und Patricia Dehaney, «Vice»

Beste visuelle Effekte

Wird gewinnen: Dan DeLeeuw, Kelly Port, Russell Earl und Dan Sudick, «Avengers: Infinity War»
Soll gewinnen: Roger Guyett, Grady Cofer, Matthew E. Butler und David Shirk, «Ready Player One»

Beste Filmmusik

Wird gewinnen: Ludwig Göransson, «Black Panther»
Soll gewinnen: Nicholas Britell, «If Beale Street Could Talk»

Bester Filmsong

Wird & soll gewinnen: I'M OFF THE DEEEEEP EEEND, WATCH AS I DIIIIIVEEEE IN *ähem* *räusper* «Shallow» von Lady Gaga & Bradley Cooper, «A Star Is Born»

Bester Ton

Wird gewinnen: Paul Massey, Tim Cavagin und John Casali, «Bohemian Rhapsody»
Soll gewinnen: Skip Lievsay, Craig Henighan und José Antonio Garcia, «Roma»

Bester Tonschnitt

Wird gewinnen: John Warhurst und Nina Hartstone, «Bohemian Rhapsody»
Soll gewinnen: Ai-Ling Lee und Mildred Iatrou Morgan, «First Man»

Bester fremdsprachiger Film

Wird gewinnen: «Roma» (Mexiko), Alfonso Cuarón
Soll gewinnen: «Cold War» (Polen), Paweł Pawlikowski («Roma» gewinnt ja schliesslich schon den Hauptpreis...)

Bester Animationsfilm

Wird & soll gewinnen: «Spider-Man: Into the Spider-Verse», Bob Persichetti, Peter Ramsey, Rodney Rothman, Phil Lord und Christopher Miller

Bester Dokumentarfilm

Wird & soll gewinnen: «Free Solo», Elizabeth Chai Vasarhelyi & Jimmy Chin

Bester Kurzfilm

Wird & soll gewinnen: «Marguerite», Marianne Farley und Marie-Hélène Panisset

Bester animierter Kurzfilm

Wird gewinnen: «Bao», Domee Shi und Becky Neiman-Cobb
Soll gewinnen: «Late Afternoon», Louise Bagnall und Nuria González Blanco

Bester Dokumentar-Kurzfilm

Wird gewinnen: «Period. End of Sentence.», Rayka Zehtabchi und Melissa Berton
Soll gewinnen: «End Game», Rob Epstein und Jeffrey Friedman

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