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Songs & Alben Das neue Album von Drake: Wo ist das nächste «Hotline Bling»?

Der zurzeit wohl grösste männliche Popstar veröffentlicht sein neues Album. Aubrey Drake Grahams neustes Werk heisst «Views». Es ist 81 Minuten lang. Und leider nicht sein bestes. Wir stellen die Lichtblicke des Albums vor.

Drake
Legende: Drake Mark Peckmezian/The FADER

Im letzten Augenblick wurde doch noch alles anders: Weniger als 24 Stunden vor der Veröffentlichung änderte Rap-Superstar Drake, Link öffnet in einem neuen Fenster den Titel seines neuen Albums. Aus «Views From The 6» wurde kurzerhand «Views». So etwas geht halt nur im Zeitalter der CD-losen Musikveröffentlichung.

«Six» ist Drakes persönlicher Spitzname für seine Heimatstadt Toronto. Mit den grossen Worten «I turn the six upside down, it's a nine now», kündigt Drake auf dem zweiten Track des Albums («9») dann auch gleich an, mit seinem vierten Studioalbum alles auf den Kopf stellen zu wollen. Leider gelingt ihm das auf «Views» nur teilweise.

81 Minuten - und trotzdem mangelt es an Experimenten

«Views» umfasst 20 Tracks und ist 81 Minuten lang. 81 Minuten. Uff. Kein Album sollte 81 Minuten lang sein.

«I can't sleep these days / unless I take one», «Life is always on / I never get a break from it»: Drake zeigt sich in seinen Tracks gerne verletzlich und intim. Beim gefühlt zehnten nachdenklichen, selbstreflektiven Emo-Rap-Track stellt sich dann aber irgendwann das «Huh, habe ich diesen Song nicht schon gehört?»-Gefühl ein.

Sowieso: Musikalisch ist Drake auf «Views» all zu oft in zu sicheren Gefilden unterwegs. Der Löwenanteil des Albums wurde einmal mehr von seinem Homie Noah «40» Shebib, Link öffnet in einem neuen Fenster produziert. Während sich vergleichbare Künstler wie Beyoncé oder Kanye West bei jedem neuen Album Inspiration ausserhalb des Tellerrands suchen, wagt Drake auf diesem Album enttäuschend wenig Experimente.

Die Überhits fehlen

Den einen oder anderen Lichtblick gibt es aber schon: «One Dance» ist eine coole, House- und Afrobeat-inspirierte Nummer, «Controlla» ist ein gelungener Dancehall-Ausflug und beim Future, Link öffnet in einem neuen Fenster-unterstützten «Grammys» stellt sich dann doch noch gepflegtes Kopfnicken ein.

Einen richtigen Überhit sucht man jedoch vergebens. Vielleicht ist das ja auch der Grund, warum der letztjährige Superhit «Hotline Bling», Link öffnet in einem neuen Fenster etwas unsanft als «Bonus Track» ans Ende des Albums angeheftet wurde.

Ein weiterer Nachteil bei ewig langen Rap-Alben: Zu viel textlicher Nonsens auf dem Album. «Got so many chains / they call me Chaining Tatum», rappt Drizzy auf «Pop Style». Schon jetzt das schlechteste Wortspiel des Jahres?

Eine versteckte Rücktrittsankündigung?

Diesen Oktober wird Drake 30 Jahre alt. Zeit also, sich erste Gedanken über den Ruhestand zu machen: «The most successful rapper 35 and under / That's when I plan to retire, man it's already funded», prahlt er in «Weston Road Flows».

Hoffen wir also, dass uns Drake in den nächsten fünf Jahren noch bessere Alben als «Views» abliefern wird.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Forster, Rüfenach
    Als ich diesen Beitrag gelesen habe, fragte ich mich wie man so etwas schreiben kann. Das Album ist das geworden was niemand erwartet hat. Wie schon alle seine bisherigen Alben. Mit jedem Album überrascht er aufs neue und genau das macht Drake zu Drake. Es sind Titel drauf die sehr an seine Anfänge erinnern wo er viel R&B gemacht hat. Zudem klassische Rap-Tracks. Auch die Aussage, dass er ein Popstar ist ist falsch, denn er ist einfach ein Star. Pop macht er nicht.
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  • Kommentar von frick.laurent, Basel
    Einer mehr: phantasie- und ideenlos. Unmusikalisch und überproduziert. Unter der Fahne 'neuer' Musik wird unglaublicher Mist veröffentlicht. Der Vergleich mit Musik der 80er und 90er Jahre lässt diesem Unsinn - der dann übers Internet tausenfach verkauft wird - als dumpfe und dumme Lärmproduktion zum Nichts verblassen. Da geht es nur ums Geld, um nichts anderes. Und das ist schade. Jugendliche von heute suchen nach Inhalten - das hier ist nichts.
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