«Die Aussenseiter» von Jaimy Gordon

Wie sich aus der erbarmungslosen Welt der billigen Pferderennen die grossen Sinnfragen des Lebens erschliessen - für ihren Roman «Die Aussenseiter» erhielt die 68-jährige Jaimy Gordon 2010 den renommiertesten Literaturpreis Amerikas, den National Book Award.

Jaimy Gordon gehört zu den eigenwilligsten Autorinnen Amerikas. Ohne sich um den Markt zu kümmern, schreibt sie von Nischen und Abgründen des Alltags: Sei es in «Shamp of the City-Solo», ihrem Underground-Fantasy-Klassiker von 1974, oder in «Lord of Misrule», ihrem Roman über die unbarmherzige Welt der billigen Pferderennen.

Für Letzeren erhielt sie 2010 überraschend den renommierten National Book Award. Nun liegt der Roman in der hervorragenden Übersetzung von Ingo Herzke auf Deutsch vor.

Mafiosi und gedopte Pferde

Schauplatz ist eine Rennbahn in West Virginia. Schwer zu entscheiden, wer deformierter ist: die Mafiosi, die im Hintergrund die Fäden ziehen, die Pfleger, die hinter den Ställen in Trailerwracks hausen, die Frauen, die sich in dieser aggressiven Männerwelt irgendwie durchschlagen, die fast zu Tode gedopten Pferde selbst.

In diese Welt kommt eine junge Frau, eine Aussenseiterin noch unter Aussenseitern, und stellt sie auf den Kopf, einfach, indem sie sich auf sie einlässt. Und so bündeln sich wie in einem Brennglas die grossen Sinnfragen des Lebens.

Mit der Autorin und Literaturkritikerin Bernadette Conrad unterhält sich Franziska Hirsbrunner.

Moderation: Franziska Hirsbrunner, Redaktion: Franziska Hirsbrunner