Der kulinarische Alltag vor fünfhundert Jahren

Vor fünfhundert Jahren war das Speisenangebot im Vergleich zu heute beschränkt und – vor allem in der kalten Jahreszeit – recht monoton. Doch welche Speisen bestimmten den kulinarischen Alltag der Menschen im Mittelalter? Wie verpflegte man sich zu Hause und unterwegs?

Nachgestellte Szene einer Küche aus dem Mittelalter.
Bildlegende: Den kulinarischen Alltag bestimmten Getreidebreie und Brot aus Hafer, Hirse, Gerste und Roggen. Colourbox

Viele Nahrungs- und Genussmittel, die für uns heute selbstverständlich und wichtig sind, waren in Europa vor fünfhundert Jahren noch nicht verfügbar. Dies gilt für Kartoffeln, Mais, Tomaten, Kaffee und Kakao – alles Produkte, die ihren Ursprung in der Neuen Welt haben, die ja erst 1492 entdeckt wurde. Erst nach und nach und zum Teil mit jahrhundertelanger Verzögerung gelangten diese Produkte auf die Esstische der Menschen in Europa.

Die Menschen assen in erster Linie die Nahrungsmittel, die saisonal in ihrem Gebiet erzeugt wurden oder in der freien Natur gesammelt und gefangen werden konnten. Zur Kost der einfachen Leute gehörten Hülsenfrüchte wie Linsen, Saubohnen und Kichererbsen, aber auch Kohl, Lauch, Zwiebeln, Sauerkraut und Dörrfrüchte.

Den kulinarischen Alltag bestimmten Getreidebreie und Brot aus Hafer, Hirse, Gerste und Roggen. In vielen Gebieten waren zudem Milch- und Käsespeisen recht verbreitet. Fleisch kam eher selten auf den Esstisch. Und wenn überhaupt, dann wurde alles, was man von einem Tier essbar war, verwertet. «From Nose to Tail» eben, von der Nase bis zum Schwanz.

Wer auf Reisen ging (die meisten Reisenden waren zu Fuss unterwegs), verpflegte sich ähnlich wie wir heute auf einer Wanderung mit Brot, Käse, einem Stück Trockenfleisch oder Rohwurst sowie Lebensmitteln, die man unterwegs kaufen oder sammeln konnte. Den Durst löschte man mit Wasser, mit Wasser verdünntem Wein oder Most.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Rudolf Trefzer