Dörrbohnen: Wiederentdeckte Winterspezialität

Als Berner Platte sind Dörrbohnen im Winter zusammen mit gekochten Kartoffeln sowie mit Rollschinkli, Rippli und Speck ein beliebtes Sonntags- und Festtagsessen. Doch seit das Angebot an frischem Gemüse das ganze Jahr über reichhaltig ist, ist ihr Konsum zurückgegangen.

Berner Platte mit Dörrbohnen, Salzkartoffeln, Wurst, Rippli, Speck und Siedfleisch.
Bildlegende: Die klassische Variante – Dörrbohnen mit Wurst, Rippli, Speck und Siedfleisch. Keystone

Heute gelten Dörrbohnen als besondere Spezialität, denn sie schmecken anders und auch intensiver als frische Gartenbohnen. Das Lufttrocknen, beziehungsweise das Dörren ist ein uraltes Konservierungsverfahren, das bei uns in den trockenen, alpinen Gebieten eine lange Tradition hat.

Das Dörren von Gartenbohnen ist allerdings eher neueren Datums, denn die Gartenbohnen stammen ursprünglich aus der Neuen Welt und gelangten erst im Laufe des 16. Jahrhunderts nach Europa.

Erste schriftliche Hinweise, dass man Gartenbohnen bei uns dörrte, findet man aber erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Doch scheint sich in der Folge diese Praxis durchgesetzt zu haben.

Dörrbohnen gehören zum Inventar des kulinarischen Erbes der Schweiz, auch wenn ein Grossteil der im Handel erhältlichen Dörrbohnen aus China importiert wird.

Redaktion: Rudolf Trefzer