Oranger Wein – Die vierte Weinfarbe

Seit einigen Jahren begegnet man in der Weinszene einem neuen Begriff: jenem des orangen Weins. Dabei handelt es sich um Weissweine, der wie ein Rotwein hergestellt werden.

Rotwein und oranger Wein im Glas.
Bildlegende: Oranger Wein wird wie Rotwein zubereitet. colourbox

Bei orangen Weinen handelt es sich in der Regel um naturbelassene, biologisch oder biodynamische hergestellte Weissweine. Im Gegensatz zu „gewöhnlichen Weissweinen, werden die orangen Weine wie Rotweine an der Maische (d.h. mit den Traubenhäuten und manchmal auch mit den Stielen) ohne Zusätze und Hilfsstoffe mehrere Wochen, manchmal sogar mehrere Monate langsam vergoren. Durch den langen Gärungsprozess und den Luftkontakt bekommen sie ihre typische dunkelgelb-orange Farbe. Diese Weine werden in der Regel unfiltriert und mit nur geringer oder gar keiner Zugabe von Schwefel (Schwefel wird eingesetzt, um den Wein zu stabilisieren) in Flaschen abgefüllt.

Orangen Weine sind eigenständige, eigenwillige Charakterweine, die sich kaum mit einem herkömmlichen Weisswein vergleichen lassen. Je nach Traubensorte, Herkunftsgebiet und Arbeitsweise des Winzers können sie ein unterschiedliches Aromenprofil haben. Charakteristisch sind aber im Allgemeinen ein spürbarer Gerbstoffgehalt, ein ausgeprägtes Traubenaroma sowie Geschmacksnoten von reifen Früchten und Kräutern.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Rudolf Trefzer