Pünktlich zur Einladung: Wie viel Verspätung liegt drin?

Die Apéro-Häppchen sind parat und der Prosecco kühl gestellt. Auf Seiten des Gastgebers ist also alles im grünen Bereich – wenn da nur nicht die Gäste wären, die auf sich warten lassen. Benimm-Experte Christoph Stokar sagt, was noch im Rahmen liegt.

Vier Menschen stehen in der Küche und bereiten Speisen zu.
Bildlegende: Zu früh ist auch nicht besser als zu spät: Man raubt den Gastgebern die Zeit zur Vorbereitung. Colourbox

Zu spät erscheinende Gäste können den Gastgeber ganz schön auf die Palme bringen. Christoph Stokar, Benimm-Experte und Autor des Knigge-Ratgebers «Der Schweizer Knigge», sagt: «Wer mehr als eine halbe Stunde zu spät kommt, ist definitiv zu spät.» Bis eine Viertelstunde zu spät zu einer Einladung zu kommen, sei aber durchaus angebracht. So hätten die Gastgeber die Möglichkeit, noch die letzten Vorbereitungen zu treffen, bevor die Gäste erscheinen.

Die Tipps

  • Eine Viertelstunde zu spät zur Einladung zu erscheinen ist perfekt und läuft nicht unter unpünktlich. Kommen die Gäste maximal 15 Minuten zu spät, bedeutet dies weniger Stress für die Gastgeber.
  • Mehr als eine halbe Stunde zu spät zu kommen ist definitiv unhöflich.
  • Wer mehr als eine halbe Stunde zu spät kommt, muss sich beim Gastgeber entschuldigen. Bitte keine abgedroschenen Erklärungen, sondern dem Gastgeber zu verstehen geben, dass einem die Verspätung wirklich leid tut.
  • Auf die Minute genau oder gar zu früh zu einer Einladung zu erscheinen, ist unanständig. Wer zu früh vor dem Haus des Gastgebers steht, muss zwingend nochmals einen Spaziergang ums Haus machen. Diese Extra-Runde hat auch Vorteile: Man kann noch das Papier entsorgen, in dem die Blumen eingewickelt sind. Blumen im Papier zu überreichen, geht nämlich streng nach Knigge auch nicht.

Moderation: Sandra Schiess, Redaktion: Maja Brunner