Alina Bronsky und die rabiate Grossmutter

Die deutsch-russische Schriftstellerin Alina Bronsky hat ein Flair für eigenwillige alte Frauen. In ihrem neuen Roman ist es wieder mal eine besonders rabiate Grossmutter, die ihre Mitmenschen tyrannisiert und ständig herumpoltert. Eine unmögliche Person, aber auch eine herrliche Romanfigur.

Buchcover und Alina Bronsky
Bildlegende: Alina Bronsky ist 1978 in Jekaterinenburg geboren und lebt seit Anfang der 90er Jahre in Deutschland. (Autorenfoto: Julia Zimmermann)

Der Roman beginnt mit dem siebenjährigen Ich-Erzähler Max:
«Ich kann mich genau an den Moment erinnern, als mein Grossvater sich verliebte. Sein neues, zartes Geheimnis überrollte mich mit einer Welle der Bewunderung, in die sich Schadenfreude mischte. Bis dahin hatte ich mich für das einzige Problem meiner Grosseltern gehalten. Und ich ahnte, dass die Grossmutter nichts davon mitkriegen sollte.»

Max' russische Grossmutter hat nämlich mit anderem zu kämpfen: mit dem Leben im deutschen Flüchtlingsheim, mit deutschen Süssigkeiten, mit dem deutschen Schulsystem und ganz generell mit der neuen Welt.

Mit «Der Zopf meiner Grossmutter» schreibt Alina Bronsky eine liebenswerte Geschichte über eine schimpfende, starke alte Frau und ihre Familie.

Buch: Alina Bronsky. Der Zopf meiner Grossmutter. Kiepenheuer & Witsch, 2019.
Hörbuch: Alina Bronsky. Der Zopf meiner Grossmutter. Gelesen von Sophie Rois. Tacheles, 2019.

Eine Wiederholung der BuchZeichen-Sendung vom 21.05.2019.

Autor/in: Susanne Sturzenegger