Gallus, der Aussteiger des Mittelalters

Er verlässt seine irische Heimat, bricht alle Brücken hinter sich ab, durchwandert halb Europa und lässt sich in der Wildnis am Bodensee nieder: Die Geschichte des St. Galler Schutzpatrons Gallus ist überraschend modern. Dies zeigt der Roman «Gallus, der Fremde» von Gabrielle Alioth.

Gallus, der Fremde
Bildlegende: Gallus, der Fremde (Bild: Coverausschnitt Lenos Verlag)

Gallus Leben vor rund 1'400 Jahren erinnert in Vielem an das Los der Millionen von Migrantinnen und Migranten, die heute weltweit irgenwo in der Fremde auf der Suche sind nach einer neuen Existenz.

Zudem hat Gallus die Züge eines modernen Aussteigers: Er suchte mit grosser Radikalität das richtige Leben.

Die Basler Autorin Gabrielle Alioth, die selbst seit vielen Jahren in Irland lebt, entwirft ein einfühlsames Lebensbild des Wandermönchs. Behutsam tastet sie sich an den legendenumwobenen Heiligen heran und macht dabei auch offene Fragen sichtbar.

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Buchhinweis:
Gabrielle Alioth. Gallus, der Fremde. Lenos, 2018.

Autor/in: Felix Münger