Im Osten viel Neues – dreimal von Ost nach West

Beiträge

  • Osten und Westen - klar getrennt (Bild: Keystone)

    Im Osten viel Neues – dreimal von Ost nach West

    Gleich drei aktuelle Neuerscheinungen beschreiben Menschen auf ihrem den Weg von Ost nach West.

    Sei es der junge Mann aus Bosnien, der dem Krieg entflieht und Theaterregisseur in den USA wird, sei es die vierzigjährige Frau aus Ostdeutschland, die im heutigen New York ihre Jugendliebe sucht, sei es die Gruppe junger Chaoten in Moldawien, die mit vierzig Tonnen gestohlenem eine neue Existenz in Italien aufbauen. Drei  völlig unterschiedliche Blicke auf den Osten von früher und den Westen von heute.

    Michael Luisier

  • Kathrin Aehnlich: Wenn die Wale an Land gehen

    Roswitha reist nach New York. Sie ist frisch geschieden und macht sich auf die Suche nach Mick, der vor über zwanzig Jahren aus der DDR geflohen ist.

    «Mick wie na, Sie wissen schon» war «drüben» Roswithas bester Freund und Mittelpunkt einer Clique von Freunden, die zusammen  die wenigen Freiräume ausnützten, die ihnen die erstarrende DDR bot: sie fotografierten, drehten Super-8-Filme und schrieben eine Rock-Oper. Bis sie der ostdeutche Alltag einholte. Und die Stasi.

    Kathrin Aehnlich: Wenn die Wale an Land gehen. Antje Kunstmann, 2013.

    Michael Luisier

  • Ismet Prcic: Scherben

    Ein junger Mann verlässt seine bosnische Heimat, die gerade im Krieg versinkt. Er lässt alles zurück: seine Eltern, seine erste Liebe, seine Sprache. Den Krieg aber wird er nicht mehr los. Auch nicht in Kalifornien, unter einem ewig blauen Himmel.

    Und allmählich macht sich die Angst breit, dass er den Verstand verliert. Und seine grosse Liebe auch.

    Ismet Prcic: Scherben. Suhrkamp, 2013.

    Michael Luisier

  • Pyotr Magnus Nedov: Zuckerleben

    Nach dem Untergang der Sowjetunion herrscht Krise. Auch in der moldawischen Industriestadt Donduseni. Doch der junge Spekulant Pitirim Tutunaru versucht, sich seinen Traum vom sorgenfreien Leben in Italien zu erfüllen.

    Dabei hilft ihm der nicht ganz zufällige Fund von 40 Tonnen Zucker, die er mit Hilfe eines Rentners zu Schnaps verarbeitet und verkauft. Pitirim Tutunaru schafft es. Er lässt den Osten zurück und mit ihm die Krise von 1991. Doch im Westen holt ihn die Krise wieder ein.  Die von 2011.

    Pyotr Magnus Nedov: Zuckerleben. Dumont, 2013.

    Michael Luisier