Joël Dicker bleibt auf Erfolgskurs

In der Schweiz ist Joël Dicker längst der Superstar in der Literaturszene: keiner verkauft hier so viele Bücher wie er. 2018 erreichte der Genfer diesen Status auch in Frankreich mit «Das Verschwinden der Stephanie Mailer». Heute erscheint der Roman auf deutsch. Joël Dicker nimmt dazu Stellung.

Joël Dicker blickt in die Kamera
Bildlegende: Der Genfer Autor Joël Dicker (Bild: Valery Wallace Studio)

Ausgerechnet am Abend, als in Orphea das allererste Theaterfestival eröffnet wird und praktisch das ganze Dorf im Zuschauerraum versammelt ist, geschieht in unmittelbarer Nähe ein grausames Verbrechen: der Bürgermeister, seine Frau und sein Sohn werden in ihrem Haus erschossen; auch eine zufällige Passantin bekommt eine tödliche Kugel ab. Der Mehrfachmord wirft Rätsel auf, aber ein Schuldiger ist trotzdem bald gefunden.
Aber zwanzig Jahre später behauptet die Journalistin Stephanie Mailer, der wahre Täter sei noch immer auf freiem Fuss. Und bezahlt diese Ankündigung ebenfalls mit dem Leben; ihr Wissen nimmt sie mit ins Grab.

Joël Dicker bleibt seinem Setting treu: wieder spielt die Geschichte in den idyllischen Hamptons an der amerikanischen Ostküste, wieder ist ein kleines Städtchen Schauplatz von Intrigen und Machtgier, wieder führen Spuren eines alten Falls bis in die Gegenwart. Ähnlich wie im Bestseller «Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert» treibt Dicker die Geschichte rasant vorwärts und überrascht immer wieder mit neuen Enthüllungen. Der Stoff scheint ihm aber zuweilen davon zu galoppieren – und auch die Figurenzeichnung wirkt manchmal etwas karikiert.

Im Gespräch mit Luzia Stettler nimmt Joël Dicker zu kritischen Fragen Stellung, erzählt von den Hintergründen dieses Romans und verrät, warum er dann letztlich doch darauf verzichtet hat, die Geschichte in der Schweiz anzusiedeln.

Buchhinweis:
Joël Dicker. Das Verschwinden der Stephanie Mailer. Piper, 2019.

Autor/in: Luzia Stettler