Ischia - Leben in einer anderen Zeit

Keine Kinder zu haben, bedeutet auf der süditalienischen Insel Ischia einen niederen gesellschaftlichen Status haben. Auch sonst ist heute noch einiges anders als auf dem Festland. Auslandschweizerin Nives Maria Codara erlebt dies jeden Tag.

Frau steht vor Tuck-Tuck auf Ischia. Touristen steigen ein.
Bildlegende: Nives Maria Codara unterwegs als Toristenführerin auf Ischia. ZVg

Nives Maria Codara ist als Kind einer Schweizer Mutter und eines italienischen Vaters im Kanton Zürich aufgewachsen. Nach dem Lehrerseminar wollte sie für sechs Monate nach Italien. Daraus sind mittlerweile 25 Jahre geworden.

Auf Ischia arbeitet Nieves Maria Codara als Resident Manager für ein Schweizer Reiseunternehmen. Verheiratet mit einem Einheimischen und Mutter von drei Kindern, ist sie auf Ischia völlig integriert.

Als moderne Schweizer Frau musste sie allerdings lernen, dass die Uhren auf Ischia in gesellschaftlichen Belangen anders ticken: Als Frau heiratet man früh. Im Konkubinat leben, ist gesellschaftlich verpönt. Die Kinder bekommen die Namen ihrer Eltern und die jüngste Tochter in einer Familie heiratet nicht, sondern pflegt die Eltern in Alter. Altersheime existieren auf Ischia immer noch nicht.

Ebenso erstaunlich ist die Nichtexistenz von Kriminalität und es gibt auch keine Arbeitslosen, obwohl auch auf Ischia die prekäre Wirtschaftslage Italiens spürbar ist.

Gespielte Musik

Moderation: Mike La Marr, Redaktion: Jürg Oehninger