Die grösste Raubkatze Amerikas – unsichtbar, scheu und gejagt

Der Jaguar, grösste Raubkatze Amerikas, zählt zu den nahezu bedrohten Tierarten. Im Süden der Vereinigten Staaten wird das scheue Tier nur noch selten gesichtet, in El Salvador und Uruguay ist es ausgestorben. Aber in Brasilien gibt es Jaguare mehr als irgendwo sonst.

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Bildlegende: Die grösste Raubkatze Amerikas – unsichtbar, scheu und noch immer gejagt. SRF

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Ruedi Leuthold (*1952) wohnt in Rio de Janeiro und hat den Film zusammen mit Beat Bieri realisiert. Bieri und Leuthold, beide aus Luzern stammend, haben als Co-Autoren bereits mehrere Filme gemeinsam verwirklicht. 2007 erhielten sie den Europäischen Filmpreis Civis für den DOK-Film «Neue Heimat Lindenstrasse».

Im Pantanal, im dünn besiedelten Schwemmland in Brasiliens wildem Westen, zählen Forscher bis zu 10 Jaguare pro 100 Quadratkilometer.

Fünfmal so gross wie die Schweiz ist das riesige Feuchtgebiet: Wasser, Wald, Busch und natürliche Weiden – das sind schwierige Bedingungen für den Menschen. So wird das Pantanal zu einem Rückzugsgebiet für bedrohte Tierarten: 463 Vogel-, 177 Reptilien- und 124 Säugetierarten fanden hier die Forscher.

Lange Zeit blieben die Tiere vor dem Menschen geschützt: Erst vor gut 200 Jahren wagten sich die ersten Viehzüchter hierher. Und noch heute führen kaum Strassen durch das Pantanal.

Bis Ende 1970 wurde der Jaguar in Brasilien erbarmungslos gejagt, zwischen 1968 und 1970 wurden 20'000 Jaguarfelle in die USA exportiert. Mit einem Jagd- und Handelsverbot erholte sich der Bestand im Pantanal, wo der Jaguar in einigen Gebieten ausgerottet war. Sehr grobe Schätzungen gehen davon aus, dass in den Büschen und Wäldern Amerikas noch etwa 60'000 Jaguare, leben, die Hälfte davon in Brasilien, am Amazonas und im Pantanal.

Jaguare fressen auch Rinder

Im Pantanal, wo es dem Jaguar selten an Futter fehlt, werden ausgewachsene Jaguarmännchen bis zu 150 Kilogramm schwer, doppelt so viel wie am Amazonas.

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«DOK» am Donnerstag

«Die Leuzingers im Jaguarland», Donnerstag, 2. Februar 2017, 20.05 Uhr, SRF1.

Das Tier kann in seinen Kiefern mehr Kraft entwickeln als jeder Löwe. Attacken auf Menschen sind jedoch äusserst selten. Der Jaguar bewohnt den Kontinent seit gut 2 Millionen Jahren, und der Mensch, der erst viel später kam, gehört nicht zu seinen Beutetieren. Zu diesen zählen Wildschweine, Kaimane, Wasserschweine, Ameisenbären, Tapire.

Gelegentlich fressen die Katzen auch Rinder. Das ist, bis heute, ihr Verderben. Obwohl die Jagd verboten ist, fallen noch viele Tiere dem Zorn der Viehzüchter zum Opfer: Schiessen, Vergraben, Stillschweigen!

Lucas Leuzinger: Warum es schwieriger ist, Weibchen zu fangen

0:44 min, vom 2.2.2017

Eine brasilianisch-schweizerische Familie hat ein Schutzgebiet aufgebaut

In der Wildnis des Pantanal lebt auch die Familie Leuzinger-Schweizer als Farmer und Umweltschützer. Sie fangen die scheuen Tiere und rüsten sie mit Sendern aus.

Sie erhoffen sich, so mehr über die grösste Raubkatze Amerikas zu erfahren und eine Form der Koexistenz zwischen Jaguar und Farmer zu finden.

Sendung zu diesem Artikel

  • SRF 1 02.02.2017 20:05

    DOK
    Die Leuzingers im Jaguarland

    02.02.2017 20:05

    Das brasilianische Pantanal, dieses grösste Feuchtgebiet der Welt, ist ein weitgehend unberührtes, wenig bekanntes Tierparadies, dominiert vom Jaguar. In dieser Wildnis lebt die brasilianisch-schweizerische Familie Leuzinger-Schweizer als Farmer und Umweltschützer.