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DOK Hotelier Giusep Fry – Der König vom Uetliberg

Giusep Fry war skeptisch, als Reto Brennwald mit der Anfrage für eine Reportage auf ihn zukam. Doch der umstrittene Zürcher Hotelier willigte schliesslich ein. Der Autor lernte einen vordergründig unbekümmerten Machertypen kennen mit einem ausgefallenem und exklusivem Hobby.

Legende: Video Giusep gibt Gas abspielen. Laufzeit 21:50 Minuten.
Aus Reporter vom 23.11.2014.

Es war an einem privaten Abendessen, als mir ein Gast erzählte, wie er auf der Autorennstrecke mit seinem Freund Giusep Fry zusammengestossen sei. Ich wusste nicht, dass Fry Ferrari fährt. Das war natürlich eine pikante Geschichte, denn Rennfahren ist eine umstrittene Freizeitbeschäftigung, vor allem, wenn der Fahrer Probleme mit dem Naturschutz hat.

Der «fröhliche Sünder»

Erst einige Zeit später war der berühmt-berüchtigte Hotelier Giusep Fry dann in den Schlagzeilen: Das Bundesgericht hatte entschieden, dass er einen Teil seines Hotels abbrechen müsse. Fry hatte die Umweltgesetze allzu locker interpretiert. War das Kalkül, Übermut oder Fahrlässigkeit? Wie tickt einer, den die Journalistin Margrit Sprecher in einem Porträt als «fröhlichen Sünder» bezeichnete?

Das interessierte mich. Als ich ihn anrief, wurde ich sofort mit ihm verbunden und wir vereinbarten einen Termin. Fry war interessiert, aber skeptisch und wollte, dass ich mich mit seinem PR-Berater treffe. Das Treffen sollte sicherstellen, dass ich nicht mit Vorurteilen an die Sache ging. Nach viel schlechter Presse wollte Fry nur bei einem Film mitmachen, der «positiv» sei. Das konnte ich natürlich nicht garantieren, aber Fry glaubte mir, dass ich unvoreingenommen vorgehen würde. Er bestritt nicht, dass er ab und zu über die Stränge haue.

Legende: Video Grosser Wurf (webexklusiv) abspielen. Laufzeit 00:37 Minuten.
Aus DOK vom 12.10.2014.

Fry gab sich unbekümmert

Als wir dann zusammen drehten wurde mir klar, dass Fry vor allem durch seinen Unternehmergeist getrieben wird – ein Machertyp mit Temperament. Er sei bei weitem nicht der Einzige, der unter der grassierenden Bürokratie leide, sagte er mir, nur stehe er halt unter spezieller Beobachtung.

Ich war überrascht, dass er mich ohne Einschränkung filmen liess, und sogar einwilligte, ihn auf die Rennstrecke zu begleiten. Obwohl sein aussergewöhnliches Hobby nur am Rande ein Thema des Filmes wurde, war es typisch für unsere Begegnung: Fry gab sich unbekümmert, ja provokativ, und wählte trotzdem seine Worte sorgfältig und kontrolliert, so dass ich das Gefühl nicht los wurde, er lasse niemanden so wirklich an sich heran.

Zum Autor

Reto Brennwald

Reto Brennwald (*1963) war Moderator der «Rundschau» und der «Arena» und arbeitet als Videojournalist für «Reporter» und «DOK», vor allem zu Themen der Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

21 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Gsell, Schlieren
    Ich bin für Umweltschutz und Baugesetz. Aber ein Uetliberg ist für uns alle toll und die beste Werbung für Zürich! Die POLITIKER sollten sich mal einen Ruck geben und innert kürzester Frist eine saubere Lösung erarbeiten, damit das Hickhack zwischen den "Meinzelmännchen" und dem "bösen Fry" ein Ende hat! Mögliche Vorbilder: Die Rigi oder der Bürgenstock. LOESUNG: Eine Uetliberg-Spezialgenehmigung für den "Top of Zürich", gültig 100 Jahre. Ihnen Herr Fry wünsche ich viel Erfolg !
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  • Kommentar von peter Plan, sevelen
    Wer glaubt solche Massnahmen hätten was mit Umweltschutz zu tun muss verblendet sein. Es birgt einzig das Potenzial des Unverständnisses. Umweltschutzverbände rennen zu oft zu weit weg von dem was Ihr Ziel sein soll und wundern sich dann über Ablehnung. Schade - wieder einmal eine verpatzte Chance sich vernünftige Lösungen zu erarbeiten. Giusi - weiter so und verkaufe am Schluss ausländisch Olegarchisch - das wird dem einen oder anderen vielleicht die Augen öffnen. Cheers mate
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  • Kommentar von bernadette flanders, ganterschwil
    ärgere mich gerade! ich war schon einige mal da oben und von verschandelung kann keine rede sein! was macht die Stadt wenn er mal echt genug hat und an einen reichen ausländer verkauft ? wo niemandem mehr zu tritt verschafft ! dann können die selbstlosen möchte gerne naturschützer *grünen* es sich gross auf die fahnen schreiben *WIR HABEN ES VERSAUT* die bande wird noch an ihn denken auch die Regierung von zürich! zog nach 30 jahren weg vom zürich ! konnte dennen ihre lügen nicht mehr ertragen!
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