Im Herzen des Buddhismus

Buddhismus war bei uns eine Zeit lang en vogue. Inzwischen ist der Hype vorbei. Wer sich für den authentischen Buddhismus interessiert, der sollte unbedingt nach Bhutan reisen.

 Der Zürcher Architekt Peter Schmid lebt und arbeitet seit 24 Jahren in Bhutan. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Zürcher Architekt Peter Schmid lebt und arbeitet seit 24 Jahren in Bhutan. SRF

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Simon Christen ist seit 2011 Redaktor bei «DOK» und «Reporter». Seine Filme widmen sich gesellschaftlichen und politischen Themen.

In den 1990er Jahren begannen sich verschiedene Hollywoodstars für den Buddhismus zu interessieren. Es wurde chic, Bücher des Dalai Lama zu lesen oder tibetische Gebetsfahnen aufzuhängen. Und Filme wie «Little Buddha» oder «Sieben Jahre in Tibet» begeisterten ein Massenpublikum. Man darf sich fragen, wie realistisch das damals vermittelte Bild des Buddhismus gewesen ist. So oder so: Inzwischen ist der Hype im Westen vorbei.

Die Reinkarnation eines Meditationsmeisters

Wer sich für den authentischen Buddhismus interessiert, der sollte unbedingt nach Bhutan reisen, wo man als Besucher in eine völlig fremde Welt eintauchen kann. Die tantrische Form des Mahayana-Buddhismus ist hier offizielle Staatsreligion. Allenthalben sieht man kleine Klausen oder Höhlen, in die sich Eremiten zurückgezogen haben, um zu meditieren. Manchmal für 3 Jahre, manchmal für 10, manchmal für immer.

Ein Leben für die Meditation

2:03 min, vom 15.1.2017

Dass wir uns in einem ewigen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt befinden, ist hier Commonsense. Und so war es für Sonam Wangmo, die Ehefrau meines Protagonisten, nichts Aussergewöhnliches, dass kurz nach der Geburt ihres zweiten Sohnes Mönche bei ihr auftauchten, die ihr sagten, sie habe die Reinkarnation eines erleuchteten Meditationsmeisters zur Welt gebracht. Und es kam ihr auch nicht seltsam vor, als sie gebeten wurde, ihren Sohn im Alter von 10 Jahren in ein Kloster zu geben.

Eine verpasste Chance?

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«Reporter»

«Im Reich der glücklichen Donnerdrachen», 15. Januar 2017, 21.40 Uhr, SRF 1

Peter Schmid ist in Zürich aufgewachsen und sozialisiert worden. Aber in 24 Jahren in Bhutan ist er ein anderer geworden. Er ist nicht nur dem Pass nach Bhutanese. Nein, das kleine Land im Himalaya scheint ihm in sein Wesen übergegangen zu sein. Schmid ruht offensichtlich in sich. Er strahlt eine fröhliche Gelassenheit aus, die nichts Aufgesetztes hat. Vermutlich sei er inzwischen Buddhist geworden, erzählte er mir, als ich ihn darauf ansprach, aber sicher sei er auch nicht.

Wenn er sich buddhistische Belehrungen holen wollte, müsste er nicht weit gehen. Viele grosse Meditationsmeister unserer Zeit leben in Bhutan oder im nahen Indien. Getan hat er es bisher aber kaum, Schmid meditiert auch nicht. Und ich habe mich – und auch ihn – gefragt, ob er damit nicht eine Chance verpasst. Schmid schien diese Frage zu überraschen und es kam zu einem interessanten Gespräch.

Video ««Die totale Erleuchtung hatte ich noch nicht.»» abspielen

«Die totale Erleuchtung hatte ich noch nicht.»

0:56 min, vom 15.1.2017

Sendung zu diesem Artikel

  • SRF 1 15.01.2017 21:40

    Reporter
    Im Reich der glücklichen Donnerdrachen

    15.01.2017 21:40

    Vor 24 Jahren ging der Zürcher Architekt Peter Schmid nach Bhutan. Für die Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas sollte er dort ein Lehrerseminar bauen. Doch weil das Land so schön und faszinierend war, blieb er bis heute.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Peter Schmid

    Aus Aeschbacher vom 15.1.2017

    blieb vor 25 Jahren in Bhutan hängen, dem Königreich am Rande des Himalajas und Land der Donnerdrachen. «Es war Liebe auf den ersten Blick», erklärt der Architekt, der dort Schulen, Paläste und Tempel, aber auch Privathäuser baut. Als Dank erhielt er bei seiner königlichen Hoheit eine Audienz, wo ihm der Monarch einen bhutanischen Pass in die Hand drückte. Dies wurde bislang nur 7 Menschen aus dem Ausland zuteil. Seitdem ist auch Peter Schmid ein «Donnerdrache». Wie das vom König verordnete Bruttonationalglück den Schweizer beeinflusst und ihn glücklich macht, erzählt Schmid bei «Aeschbacher».