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«Ich habe kein Bedürfnis nach Ferien»
Aus DOK vom 01.11.2017.
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Unter Bauern «Landwirt ist kein Beruf»

Es gibt immer weniger Bauernhöfe. Die landwirtschaftliche Nutzfläche bleibt indes stabil. Das heisst: Die einen gehen ein, die anderen wachsen.

Jakob Squaratti ist nicht überrascht, dass viele Landwirtschaftsbetriebe Mühe haben, einen Nachfolger zu finden. Der Hauptgrund: «Du musst sieben Tage in der Woche arbeiten, das wollen heutzutage nicht mehr viele.» Ist das so? Ist das Bauern einfach vielen zu anstrengend?

Die einen gehen ein, andere wachsen

Fakt ist: Jahr für Jahr machen rund 1000 Bauernhöfe dicht. Seit 1980 hat sich ihre Zahl halbiert. Von einem «Bauernsterben» mögen Bauernverbände und Behörden aber nicht reden, das sei ein Unwort. Sie sprechen euphemistisch von einem «Strukturwandel in der Landwirtschaft».

Simon Christen

Simon Christen

Filmautor

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Simon Christen ist seit 2011 Redaktor bei «DOK» und «Reporter». Seine Filme widmen sich gesellschaftlichen und politischen Themen.

Vom Rückgang betroffen sind vor allem unrentable Kleinstbetriebe. Demgegenüber steigt die Zahl der Bauernhöfe mit einer Nutzfläche von mehr als 30 Hektaren weiter an. Die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche bleibt stabil. Das heisst: Es handelt sich um Konzentrationsbewegungen. Die einen gehen ein, andere profitieren und wachsen.

Auch die Squarattis sind gewachsen. Inzwischen bewirtschaften sie 50 Hektaren im Zwischbergental oberhalb von Gondo. Wenn er noch einmal 20 wäre, würde er wieder in die Landwirtschaft einsteigen, sagt Jakob Squaratti, der heute 60 ist. Denn als Bauer sei man selbständig. «Du hast keinen Chef, das ist schon mal gut.» Und man sei viel an der frischen Luft, lebe nahe an der Natur.

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Jakob Squaratti würde wieder Bauer werden
Aus DOK vom 01.11.2017.
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«Landwirt ist eigentlich kein Beruf», findet der 20-jährige Yannick Squaratti, «zum Landwirt musst du geboren sein.» So wie er. Er wuchs in Naters auf, einer Nachbargemeinde von Brig. Aber das Stadtleben sei nichts für ihn gewesen. Seit er denken könne, habe es ihn zum Onkel gezogen, in die Natur und in die Idylle, kurz: ins Zwischbergental.

Bio boomt weiter

Die Berufung ist das eine – gepaart mit der Bereitschaft, keine Fünftagewoche zu haben und unabhängig vom Wetter draussen hart zu arbeiten. Wer Erfolg haben will, muss allerdings auch Ideen haben, neue Produkte entwickeln, Nischen finden. Mit anderen Worten: Der Bauer muss nicht nur ein guter Arbeiter, sondern auch ein guter Unternehmer sein.

Ein potentieller Wachstumsmarkt ist weiterhin der biologische Anbau. 2016 gab es nach den Zahlen des Bundesamtes für Statistik 6348 Biobetriebe, 104 mehr als im Vorjahr.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Echter Landwirt zu sein, im "Einklang mit NATUR und TIER, muss eine Berufung sein! Dies setzt voraus, dass der Bauer inteligent und verantwortungsbewusst wirtschaftet - nachhaltig öko-logisch, mit Mischkulturen, ohne Verwendung von jegliche Chemie! Hinzu kommt, dass der Bauer nur so viele Tiere "art-gerecht" hält, wie er Land besitzt und mit den eigenen Futtermitteln ernähren kann! Das ist Logik und fördert die Unabhängigkeit, sowie die Ernährungssicherheit für die Bevölkerung der Mini-Schweiz!!
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Es gibt nur EINEN richtigen Weg in einer zukunftsträchtigen und lebensfähigen Landwirtschaft: nachhaltig öko-logisch, inteligent, verantwortungsbewusst, kreativ, im EINKLANG mit NATUR, TIER und damit dem MENSCHEN, als letztem Glied in der Nahrungskette!!
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  • Kommentar von Nin Guna  (Nin Guna)
    "Als Bauer muss man geboren sein" ist leider zweideutig. Wer keinen Betrieb erben kann, hat kaum Chancen jemals an einen Hof zu kommen. Da wäre die Politik etwas gefordert, denn das bäuerliche Bodenrecht erschwert ausserfamiliäre Hofübergaben. Bauernhaus abparzellieren und das Land an den meistbietenden zu verkaufen oder auf ewig zu verpachten ist für die abtretende Generation finanziell immer die bessere Option.
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