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Schmerz als Beruf Domina: «Für mich hat das einen therapeutischen Aspekt»

Männer bestrafen als Methode zur Selbstheilung? Lady Alexandra hat einen Beruf, der polarisiert: Sie ist eine Domina. Fesseln, Dildos und Peitschen sind für sie weit mehr als nur Requisiten: Sie wurden Teil eines persönlichen Heilungsprozesses.

Lady Alexandra

Fetisch Lady & Domina

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Lady Alexandra* ist 26 Jahre alt und arbeitet selbstständig als Domina. Ihr Beruf: Männer zahlen dafür, dass sie ihnen Schmerzen zufügt – einvernehmlich und nach klaren Regeln.

*Name der Redaktion bekannt

SRF: Welche Dienste bieten Sie an?

Lady Alexandra: Das Normalste, was ich anbiete, sind Dinge wie das Fesseln mit Handschellen. Ich biete aber auch «Trampling» an. Dabei stehe ich wortwörtlich auf dem Klienten – und das ist bei meinem Gewicht schon ziemlich extrem.

Wo ziehen Sie die Grenze?

Ich biete definitiv keinen vaginalen, analen oder oralen Sex an – weder aktiv noch passiv. Es kam auch schon vor, dass Gäste mich fragten, ob ich mit meinem kompletten Gewicht auf ihrem Hals stehen könne. Das mache ich nicht, denn die Wahrscheinlichkeit wäre zu gross, dass sie danach nicht mehr unversehrt zur Tür hinauslaufen können.

Person mit rosa Haaren massiert jemanden auf einem Tisch in einem dunklen Raum.
Legende: Lady Alexandra während einer Session mit einem Kunden. SRF

Wie wird man Domina?

Ich habe eine kurze Ausbildung gemacht, aber das meiste ist «Learning by doing». Ich habe mich zudem in Foren informiert, mich mit erfahrenen Menschen ausgetauscht und Bücher gelesen.

Andere gehen in einen Raum und zerschlagen Gegenstände. Ich mache im Grunde das Gleiche – nur mit Menschen.

Sie bereiten regelmässig Männern Schmerzen zu. Was macht das mit Ihnen?

Für mich hat das einen therapeutischen Aspekt, weil ich früher selbst Opfer verschiedener Übergriffe durch Männer wurde – psychisch, sexuell und körperlich. In diesem Job habe ich etwas gefunden, womit ich diesen Schmerz gewissermassen zurückgeben kann.

Seit ich diesen Beruf ausübe, habe ich auch privat manchmal eine etwas dominantere Art.

Andere gehen in einen Raum und zerschlagen Gegenstände. Ich mache im Grunde das Gleiche – nur mit Menschen. Für mich haben diese Sessions keinerlei sexuelle Erregung.

Wie reagierte Ihr Umfeld auf deinen Job?

Meine Kolleginnen und Kollegen wissen, was ich mache. Ich kommuniziere das immer offen. Meine Familie macht sich eher Sorgen, dass ich plötzlich die Unterwürfige sein und der Gast mich dominieren könnte. Das wird allerdings nie passieren.

Welchen Einfluss hat Ihr Job auf Ihr Privatleben?

Seit ich diesen Beruf ausübe, habe ich auch privat manchmal eine etwas dominantere Art, zu sprechen. Gelegentlich bekomme ich dann die Rückmeldung: «Wie redest du mit mir?» Dann entschuldige ich mich (lacht).

Wie trennen Sie Job und Privatleben?

Sobald ich ins Studio komme, bin ich Alexandra. Wenn ich nach Hause gehe, bin ich wieder eine andere Person.

Bei diesem Beruf hatte ich von Anfang an ein gutes Bauchgefühl.

Für mich ist klar, dass ich meinen Beziehungsstatus, meinen genauen Wohnort und meine Familie aus der Öffentlichkeit heraushalte.

Haben Sie Ihre Entscheidung auch schon bereut?

Nein, noch nie. Es haben viele Umstände dazu geführt, dass ich schliesslich hier gelandet bin. Ich habe mein Studium abgebrochen, weil es mir psychisch sehr schlecht ging und ich in einer psychiatrischen Klinik war. Ich wusste, dass sich etwas ändern musste. Bei diesem Beruf hatte ich von Anfang an ein gutes Bauchgefühl.

Das Gespräch führte Sidney Sutter.

«SRF Impact Inside»

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«SRF Impact Inside» taucht ab in die Lebenswelten von jungen Schweizerinnen und Schweizern, die Sie bisher nicht kennen. Sie nehmen Sie mit auf ihren Weg und zeigen Ihnen ihre ganz eigene Art zu leben. Lassen Sie sich ein auf spannende Portraits, tiefe Einblicke, neue Perspektiven und kontroverse Themen.

Alle Folgen von «SRF Impact Inside» finden Sie auf Play SRF.

SRF 2, Impact Inside, 23.7.2026, 23:15 Uhr ; 

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