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DOK Telefonieren Sie «fair»?

Der Film von Richard Bilton «Apple – Nichts als leere Versprechen?» zeigt, unter welch bedenklichen Bedingungen Zulieferfirmen von Apple arbeiten. Dass es auch anders gehen kann, beweist «Fairphone».

Illegaler Zinnabbau in Indonesien
Legende: Illegaler Zinnabbau in Indonesien SRF

Ein bis zu 100 % faires Smartphone herzustellen, ist eine schwierige Aufgabe. Zu viele Rohstoffe stecken in einem solchen Gerät, welche nicht immer bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgt werden können.Trotzdem hat sich die holländische Firma «Fairphone» genau das zum Ziel gesetzt.

Das noch junge Unternehmen mit Sitz in Amsterdam wurde 2013 gegründet und verkaufte bisher rund 60’000 Smartphones. Ab Dezember 2015 wird die zweite Version des Geräts ausgeliefert. Diese zweite Version ist modular und jedes Bauteil kann auf einfachste weise entnommen und ersetzt werden. In dieser Hinsicht spielt Fairphone hier eine Vorreiterrolle. Kaum ein anderes Smartphone ist heute noch so einfach zu reparieren und auf Langlebigkeit ausgelegt.

Die «sinndrin genossenschaft», Link öffnet in einem neuen Fenster mit Sitz in Zürich vertreibt das Fairphone seit der erfolgreichen Crowdfunding-Finanzierung in der Schweiz. Die insgesamt sieben Mitarbeiter kümmern sich unter anderem um Vertrieb und Reparatur der Geräte.

Im Gespräch mit den beiden Mitarbeitern Jonas Leimgruber und Roger Schärer:

Legende: Video «Ein Handy muss sich reparieren lassen.» abspielen. Laufzeit 02:56 Minuten.
Aus DOK vom 14.10.2015.

Ethik-Check

«Fastenopfer» und «Brot für alle» untersuchten die zehn verbreitetsten Schweizer Smartphone und Tablet Hersteller im Bezug auf Arbeitsrechte, Umwelt und Konfliktrohstoffe. Dabei zeigte sich, dass nicht nur Apple viel aufzuholen hat, sondern auch andere grosse Hersteller wie Samsung oder Dell.

Einzig die beiden Hersteller Nokia und Hewlett-Packard sind den anderen einen Schritt voraus. So nehmen beide den Umweltaspekt sehr ernst und achten stark darauf, dass die Arbeiter unter fairen Arbeitsbedingungen produzieren können. Am anderen Ende der Tabelle finden sich die beiden Hersteller Asus und HTC wieder. Bei diesen beiden Unternehmen spielen soziale und ökologische Verantwortung noch eine untergeordnete Rolle.

«Apple hat seine Versprechen gebrochen»

Das behauptet Richard Bilton, Autor des Films «Apple –Nichts als leere Versprechen?» Im Film machen als Arbeiter getarnte Journalisten die ersten Aufnahmen innerhalb von iPhone-Fabrikationshallen in China. Dabei zeigt sich, dass die von Apple versprochenen Leistungen nicht eingehalten werden. Den Fabrikarbeitern werden Überstunden nicht ausbezahlt, sie erhalten ihre Identitätskarten nicht zurück und die Zimmerbelegung ist mit zwölf Personen viel zu hoch. Wer während der Arbeit einschläft oder es wagt zu widersprechen, wird kurzerhand ersetzt. Apple nimmt im Film nur schriftlich Stellung und weist die Vorwürfe zurück.

Legende: Video Ausschnitt aus «Apple – Nichts als leere Versprechen?» abspielen. Laufzeit 03:01 Minuten.
Aus DOK vom 14.10.2015.

Die Dokumentation der BBC im Original auf Dailymotion:

15 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Burkhalter, Muttenz
    Ich bin sehr enttäuscht, dass die guten und innovativen Geräte von Apple menschenunwürdig hergestellt werden. Nach diesem Dok muss sich etwas ändern, ansonsten kann ich nicht mehr zur Fansgemeinde von Apple gehören.
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  • Kommentar von Andreas Walker, Altendorf
    Das hier nur scharf gegen Apple geschossen wird ist etwas unfair. Die Lieferkette von Apple unterscheidet sich kaum von denen anderer Elektronikhersteller wie HTC, Samsung oder LG. Auch Namhaftehersteller wie Dell und HP arbeiten mit Pegatron zusammen. Das Problem sind nicht diese Hersteller, sondern die Staten in denen die Zulieferer operieren. Diese haben einfach zu lasche Arbeitsgesetze. Nun soll es Apple richten?
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  • Kommentar von Claudia Schmid, Chur
    Fair ist... -die Transparenz von Fairphone, die noch nie behauptet haben, dass alles gut ist -sich um das bestmögliche Resultat unter den aktuellen Umständen zu bemühen und sich nicht mit dem schon Erreichten zufrieden zu geben -alle Teile reparieren zu können -zwei SIM-Karten im selben Gerät ohne Aboverpflichtungen nach freier Wahl einzusetzen -Gewinnmargen nicht ins Unermessliche wachsen zu lassen -David nicht mit Goliath vergleichen: Apple 560'000 Geräte pro Tag, Fairphone 60'000 seit 2012
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