Zum Inhalt springen

Header

Video
Die SBB – eine Politstory über tiefrote Zahlen und grüne Zukunft
Aus DOK vom 20.01.2022.
abspielen. Laufzeit 52 Minuten 5 Sekunden.
Inhalt

Umweltschutz SBB als Zukunftshoffnung

Die SBB soll mehr transportieren. Bundesrätin Simonetta Sommaruga möchte neu auch den Güterverkehr finanziell unterstützen.

Zwar ist in der Schweiz der Anteil der Schiene sowohl beim Personen- als auch beim Güterverkehr im europäischen Vergleich hoch. Doch: Seit Jahren ist er mehr oder weniger konstant. Das soll sich jetzt ändern. «Wenn wir die Klimapolitik anschauen, dann ist der Bahnverkehr zentral», erklärt die zuständige Bundesrätin Simonetta Sommaruga. Der ehemalige SBB-Chef Benedikt Weibel erläutert, wie zwar die Bahn in den 80er Jahren wieder an Bedeutung zunahm – die Reaktion auf die Umweltschäden ausgelöst durch den überbordenden Strassenverkehr. Doch noch ist der Anteil der Strasse beim Personenverkehr massiv höher, nämlich rund 75 Prozent. Der jetzige Bahnchef Vincent Ducrot dazu:

«Heute sind wir in einer Welt, in der man umweltfreundlicher sein will. Die Bahn ist prädestiniert dazu.»
Autor: Vincent Ducrot SBB-Chef

Subventionen für SBB Cargo?

Zentral ist der Güterverkehr. Der Transit quer durch die Schweiz ist bereits auf einem recht hohen Niveau. Bundesrätin Sommaruga: «Hier sind wir weltweit an der Spitze, die umliegenden Staaten beneiden uns. Wir transportieren momentan 74 % der Güter auf der Schiene quer durch die Alpen.» Viel niedriger hingegen sind die Zahlen beim sogenannten Binnen-Güterverkehr, also dem Güterverkehr innerhalb der Schweiz. Hier ist der Anteil der Strasse ungleich grösser, nämlich knapp 80 Prozent. Sommaruga: «Wir haben festgestellt, dass vermehrt mit kleinen Lieferwagen transportiert wird. Das führt zu mehr Verkehr und zu verstopften Autobahnen.» Hier gebe es deshalb grosses Potenzial. Doch:  Der Güterverkehr der SBB hat die Vorgabe, eigenwirtschaftlich zu sein. Also keine Subventionen.

Video
Bundesrätin Simonetta Sommaruga über den Erfolg des Schweizer Güterverkehrs.
Aus DOK vom 20.01.2022.
abspielen. Laufzeit 48 Sekunden.

Für den neuen Bahn-Chef Vincent Ducrot ist hingegen klar: Ohne staatliche Unterstützung lassen sich solche Ziele nicht erreichen. «Wir müssen mehr digitalisieren und automatisieren. Ohne Hilfe bei einem Geschäft, das keine Marge erwirtschaftet, ist das nicht möglich.» Eine solche Änderung bedeutet eine Abkehr von einer jahrzehntelangen Politik:

Ich will jetzt nichts vorwegnehmen, aber es ist klar, dass es nicht nur eigenwirtschaftlich sein kann und der Rest interessiert uns nicht. Dieses Problem müssen wir lösen.
Autor: Simonetta Sommaruga Bundesrätin
Video
SBB-Chef Vincent Ducrot zur Digitalisierung.
Aus DOK vom 20.01.2022.
abspielen. Laufzeit 23 Sekunden.

Ausbau Personenverkehr

Aber auch der Personenverkehr soll ausgebaut werden. Auf Distanzen, die bisher oft per Flugzeug zurückgelegt wurden, soll die Bahn konkurrenzfähiger werden. Die SBB baut deshalb das Angebot an Nachtzügen systematisch aus. Simonetta Sommaruga: «Klimaschutz heisst, den Menschen eine Alterative anzubieten. Und wenn gute Bahnanbindungen vorhanden sind, dann sind ganz viele Leute in Zukunft bereit, die Bahn zu nutzen.» Der ehemalige SBB-Chef Benedikt Weibel: «Jetzt ist die Bahn zur Zukunftshoffnung geworden. Das ist eigentlich ein wenig bizarr, weil die Bahn ja mit Abstand das älteste Verkehrsmittel ist. Bald feiern wir das 200jährige Jubiläum.»

Video
Zukunft und Bedeutung der SBB für die Schweiz.
Aus DOK vom 20.01.2022.
abspielen. Laufzeit 32 Sekunden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

19 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von SRF DOK (SRF)
    Liebe Community, vielen Dank für den spannenden Austausch in den Kommentaren. Für heute schliessen wir die Kommentarspalte und freuen uns auf zukünftige Debatten. Herzliche Grüsse SRF DOK
  • Kommentar von Tony Menninger  (Piglet42)
    Nach wie vor ist es der Lastwagenverkehr, der indirekt massiv subventioniert wird, weil die LSVA viel zu niedrig ist, um die massiven Umweltschäden zu kompensieren. Und ich habe diese Subventionen satt. Der richtige Weg wäre, die LSVA kostendeckend zu erhöhen und jeden Rappen in die Schiene zu investieren.

    Nach wie vor schreibt die Verfassung bindend vor, dass der gesamte alpenquerende Güterverkehr auf die Schiene gehört. 75% ist immer noch zu wenig und genügt nicht dem Verfassungsauftrag.
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    "Für Güter die Bahn" Dieser Slogan ist schon Jahrzehnte alt! Aber solange nicht konsequent Verladeterminals an den Grenzorten errichtet werden, wo z.B. Lastwagen im Transit obligatorisch verladen werden müssten (Alpeninitiative) werden noch lange viele Güter mit Lastwagen kreuz und quer herumchauffiert. Wer bezahlt? Ja bisher bezahlen wir mit unseren Investitionen sogar den internat. Güterverker! Da könnte man m.M. mal schauen was die EU von dynamischer Rechts- oder Vertragsentwicklung hält