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Frank Urbaniok erinnert sich Vom Amoklauf in Zug bis zum Fall Flaach

Frank Urbaniok war 25 Jahre lang der einflussreichste und bekannteste Gerichtspsychiater der Schweiz. Von Zürich aus revolutionierte er den Schweizer Justizvollzug.

SRF DOK spricht mit ihm über die eindrücklichsten Fälle, mit denen er als Gutachter zu tun hatte.

Frank Urbaniok

Frank Urbaniok

Professor für forensische Psychiatrie

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Frank Urbaniok wurde 1962 in Köln geboren und wuchs in Düsseldorf auf. Er studierte in Münster Medizin und wurde forensischer Psychiater. 1997 wurde er Chefarzt des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes (PPD) im Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich. 2016 zog er sich nach der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs aus der Öffentlichkeit zurück. 2018 gab er sein Amt als Chefarzt offiziell ab. Er braucht heute längere Ruhephasen und ist darum in einem viel kleineren Pensum als früher tätig: als selbständiger Gutachter und Supervisor.

Der Mord in Zollikerberg

Am Nachmittag des 30. Oktobers 1993 wurde in Zollikerberg bei Zürich die Leiche der 20-jährigen Pfadfinderführerin Pasquale Brumann gefunden. Der Verdacht fiel sofort auf Erich Hauert. Denn der grausame Mord trug eine klare Handschrift, die der Polizei von Hauerts früheren Verbrechen bestens bekannt war. Hauert hatte bereits elf Vergewaltigungen und zwei Sexualmorde begangen und sass eine lebenslange Freiheitsstrafe ab. Der Fall erschütterte die Schweiz. Wie war es möglich, dass einem solchen Menschen unbegleitete Hafturlaube bewilligt wurden und er weiter morden konnte? Frank Urbaniok kam zwei Jahre nach dem Mord an Pasquale Brumann in die Schweiz und stellte schnell fest: Der Fall legte Systemfehler im damaligen Justizvollzug offen.

Legende: Video Der Fall legte Systemfehler im damaligen Justizvollzug offen. abspielen. Laufzeit 11:22 Minuten.
Aus DOK vom 12.09.2019.

Der Amoklauf von Zug

Am 27. September 2001 gelangte Friedrich Leibacher mit mehreren Waffen und einem Sprengsatz unbehelligt ins Zuger Parlamentsgebäude, gekleidet in eine selbstgefertigte Polizeiuniform. Vorausgegangen waren lange Auseinandersetzungen mit den Zuger Behörden. Es war morgens um halb 11, als Leibacher innert weniger Minuten ein Blutbad anrichtete. Er tötete drei Regierungsräte und elf Kantonsräte, verletzte zahlreiche Politiker sowie einige Journalisten zum Teil schwer. Es war der erste Anschlag dieser Art in der Schweiz. Frank Urbaniok wurde beauftragt, ein Gutachten über den toten Täter zu verfassen.

Legende: Video «Es ist völlig absurd zu sagen: Das war ein braver Bürger, der die Kontrolle verlor.» abspielen. Laufzeit 09:38 Minuten.
Aus DOK vom 12.09.2019.

Der Todesfahrer von Emmen

Am 28. Juni 2007 raste auf der A2 bei Emmen ein Auto in eine Gruppe von Bauarbeitern. Die tragische Bilanz: vier Tote und fünf Verletzte. Der 30-jährige Täter war mit rund 90 Kilometern pro Stunde und 1,4 Promille Alkohol im Blut unterwegs. Sein Verhalten auf der Unfallstelle befremdete: Er war aggressiv und fand «geil», was er angerichtet hat. Bald war klar: Der Täter litt seit Jahren an einer paranoiden Schizophrenie und war in psychiatrischer Behandlung.

Legende: Video «Aus Misstrauen heraus setzte dieser Mann irgendwann seine Medikamente ab.» abspielen. Laufzeit 06:22 Minuten.
Aus DOK vom 12.09.2019.

Der Zwillingsmord von Horgen

An Weihnachten 2007 wurden in Horgen im Kanton Zürich siebenjährige Zwillinge in der Wohnung ihrer Eltern tot aufgefunden. Schnell war klar: Es musste der Vater oder die Mutter gewesen sein. Aber beide bestritten, ihre Kinder erstickt zu haben. Gerichtspsychiater Frank Urbaniok begutachtete sowohl die Mutter als auch den Vater.

Legende: Video «Für die Mutter konnte ich einen plausiblen Deliktmechanismus darlegen.» abspielen. Laufzeit 09:40 Minuten.
Aus DOK vom 12.09.2019.

Der Fall Flaach

Am 1. Januar 2015 meldete sich eine Frau bei der Polizei und sagte, sie hätte ihre Kinder umgebracht. Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung mit der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Winterthur-Andelfingen. Der Fall führte zu einer grossen, zugespitzten, öffentlichen Diskussion über mögliche Gründe der Tat und über die Rolle und Verantwortung der Behörde.

Legende: Video «Die Kesb hätte das Risiko theoretisch ahnen können, aber praktisch hatte die Behörde keine Möglichkeit.» abspielen. Laufzeit 08:53 Minuten.
Aus DOK vom 12.09.2019.

Der DOK-Film zum Thema:

Legende: Video Gutachter des Bösen – Die Ära Frank Urbaniok abspielen. Laufzeit 50:25 Minuten.
Aus DOK vom 12.09.2019.

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