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DOK Zu Hause beim Durchschnittsschweizer

Das Herz einer Schweizer Wohnung ist die Stube. Wie sieht es im Wohnzimmer von Herr und Frau Schweizer aus und warum? Was ist hier typisch schweizerisch? «DOK» geht diesen Fragen nach. Wir besuchen eine Kommunikationsagentur, die das typische Schweizer Wohnzimmer nachgebaut hat.

Legende: Video So sieht das häufigste Wohnzimmer der Schweiz aus abspielen. Laufzeit 01:17 Minuten.
Aus DOK vom 24.11.2016.

Wo könnte man mehr erfahren über den Durchschnittsschweizer als im Herzstück seines trauten Heims? Eine Kommunikationsagentur in Zürich hat deshalb das Wohnzimmer der Durchschnittsfamilie Müller detailgetreu rekonstruiert.

Eine Rauhfasertapete wurde aufgezogen, Eichenparkett mit 12 Zentimeter Kantenlänge verlegt und eine Wohnwand aus fourniertem Buchenholz aufgebaut. Vis-à-vis dieser Wand steht die lange Zeit beliebteste Polstergruppe der Schweiz, das hellblaue Mikrofaser-Sofa «Torino» von Micasa.

Die gleiche Botschaft für eine grosse Gruppe

So real die Einrichtung scheint, sie ist nicht mehr als eine Momentaufnahme im Leben einer imaginären Familie. Denn Herr und Frau Durchschnittsschweizer mit ihren 1,5 Kindern gibt es im Grunde gar nicht. Sie sind ein Wert mit absurden Stellen hinter dem Komma. Und diese Zahl, das sagt auch Agenturleiter Roman Hirsbrunner, der den Prototyp des Wohnzimmers konzipiert hat, ist heute in der Werbung nur noch interessant, wenn die gleiche Botschaft an eine grosse Gruppe vermittelt werden soll.

«Dank den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung müssen wir uns heute gar nicht mehr am Durchschnitt orientieren. Wir können den Kunden direkter und in kleineren Zielgruppen erreichen», so Hirsbrunner über die Weiterentwicklung der Idee. So kann heute ein Wohnzimmer einer rüstigen 68-jährigen Pensionärin oder eines 30-jährigen Hipsters über eine 3D-Brille «begangen» werden.

Legende: Video Wieso man sich heute weniger am Durchschnitt orientiert... abspielen. Laufzeit 00:48 Minuten.
Aus DOK vom 24.11.2016.

Die Konsumvorlieben und Lebensgewohnheiten der Schweizer Bevölkerung ändern sich. Das heisst nicht, dass Herr und Frau Schweizer extrem unbeständig wären. Die Statistik fasst Daten in Werte zusammen, aus denen die Werbung Tendenzen neuer Lebensstile sowie – echte oder künstliche – Bedürfnisse ableitet. Was der wahre Grund ist, weshalb so viele Schweizer ein hellblaues Sofa in ihre Stube stellen, bleibt hingegen ein Mysterium, das nur «im Feld» enträtselt werden kann.

Drei Reporter packen das hellblaue Sofa aufs Auto und machen sich auf eine Reise quer durch die Schweiz. Sie möchten herausfinden, was die Schweiz im Innersten zusammenhält.

«DOK» am Donnerstag

«Typisch Schweiz?» Teil 1, am 24. November 2016, 20.05 Uhr, SRF 1, und Teil 2 am 1. Dezember 2016, 20.05 Uhr, SRF 1

5 Kommentare

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  • Kommentar von S. Meier (SM)
    Der Herr vom Bundesamt für Statistik hat es treffend gesagt, den Durchschnitts - Schweizer gibt es eigentlich nicht. Links und Rechts scheren Leute aus, die jedoch leider oft, typisch Schweizerisch, vom Herdenwächtern im Zaum gehalten und zurück zum Durchschnitt gebracht werden. Der Psychiater hat sich zum Thama "typisch Schweizerisch" auch schön ausgedrückt.
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  • Kommentar von Markus Weilenmann (markusweile)
    3. Und schliesslich möchte ich noch das duale Bildungssystem hervor heben, das zu grossem und gesellschaftlich breit abgestütztem Wohlstand geführt hat und im Ggs zu hierarchischen und aristokratischen Gesellschaften den praktisch anwendbaren Berufen einen hohen sozialen Stellenwert einräumt. Die Schweiz, das ist auch die Herrschaft des Mittelstandes, die Skeptik ggb individueller Exzellenz, die (oft nach aussen vorgespielte) Bescheidenheit resp. das sozial geforderte Bekenntnis dazu etc.
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  • Kommentar von Markus Weilenmann (markusweile)
    2. Ein weiterer Identitätsmarker ist die politische Dominanz der Deutschschweiz. Europäisch gesehen sind die Deutschschweizer eine abolute Minderheit, die in der kleinen Schweiz aber das Kunststück fertig bringen, Mehrheiten zu bilden. Sie sind erträglich, weil die Deutschschweizer untereinander kein homogener (Sprach-)Block bilden (siehe Punkt 1), sondern immer wieder über die Sprachgrenzen hinweg paktieren. Lokale u regionale Eigenständigkeit ist sehr wichtig, ebenso die direkte Demokratie.
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