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Eine F/A-18 der Schweizer Luftwaffe fliegt eine Kurve. Im Hintergrund ist ein Wald zu sehen.
Legende: «Emergency climbout»: Kann ein Kampfjetpilot eine Umkehrkurve nicht auf Sicht fliegen, muss er einen Steilflug in den Himmel einleiten. Reuters
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Fünfmalklug Was ist eine Umkehrkurve?

Egal, ob Kampfjet oder Kleinflugzeug: Wenn ein Pilot auf Sicht fliegt und wegen einem Hindernis nicht weiter fliegen kann, kommt die Umkehrkurve zum Einsatz. Ein Manöver, bei dem der Pilot viel Erfahrung, Wissen und eine schnelle Reaktion braucht.

Illustration einer Umkehrkurve. Ein Flugzeug fliegt eine Kurve von 180 Grad und steigt dabei.
Legende: Die Umkehrkurve: Je schneller das Flugzeug, desto grösser der Radius. FAA/Wikipedia

Wenn auf einer Fahrt mit einem Motorboot plötzlich ein Hindernis im Weg ist, muss der Steuermann ausweichen, rückwärts fahren oder das Boot gegen die Wellen drehen. Einfach an Ort und Stelle anhalten geht nicht. Das Gleiche gilt für Flugzeuge: Wenn unerwartet ein Hindernis auftaucht oder wenn sich die Sicht verschlechtert, fliegt der Pilot eine Umkehrkurve – eine Kurve von 180 Grad.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Kampfjet oder Kleinflugzeug – alle können dieses Manöver anwenden. Der einzige Unterschied: Je nach Flugzeugtyp und den Bedingungen während des Fluges variiert die Ausführung stark. Wichtig ist, dass der Pilot die Situation schnell erfasst.

Ein schneller Kampfjet muss bei der Umkehrkurve einen grossen Radius in Kauf nehmen, da in der Kurve grosse Kräfte auf die Flügel drücken. Diese Belastung könnte die Gefahr eines «Strömungsabriss'» erhöhen: Der Flieger würde dann schlimmstenfalls abstürzen. Ein langsames Kleinflugzeug hingegen kann viel engere Radien fliegen. Dafür drücken die gefährlichen Kräfte das Kleinflugzeug nach unten.

Ein Jet dagegen kann im schlimmsten Fall während der Kurve ein weiteres Manöver ausführen: Den so genannten «emergency climbout», bei dem der Pilot einen Steilflug in den Himmel einleitet, weil er die geplante Umkehrkurve nicht zu Ende fliegen kann. So wie die F/A-18 im Kanton Obwalden, die nicht abgestürzt ist.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von hans-georg Lorek , 8725 Ernetschwil
    Der leider tödlich verletzte Pilot wurde bei der Umkehrkurve durch irgend etwas abgelenkt.
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  • Kommentar von K.D.Waldeck , Bellinzona
    Zum Reagieren bleibt wenig Zeit. Legt so ein Jet doch in ca. 3 Sekunden 1 km zurück.
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    1. Antwort von kari huber , surin
      Wenn der Flieger von Meiringen nach Alpnach etwas über 15 Minuten mit 400 km/h (die Sie annehmen) unterwegs war, müssten die beiden Orte 100 km voneinander entfernt sein. In Luftlinie sind sie aber nur durch 25 km getrennt. Ich würde daher eher davon ausgehen, dass der Jet zum Zeitpunkt der versuchten Umkehrkurve mit 150 - 200 km/h flog. D.h. 6 - 7.5 Sekunden pro Kilometer. Das ist punkto Reaktionszeit und Radius realistischer für die Wahl der Umkehrkurve durch den Piloten.