Wie lässt sich eine zweite Erde finden?

Die Europäische Südsternwarte Eso plant das grösste Boden-Teleskop der Welt. Damit soll eine «Erde 2.0» nachgewiesen werden. Anders als das Kepler-Weltraum-Teleskop wird das E-ELT (European Extremely Large Teleskope) kleinere und nähergelegene Ausschnitte des Universums direkt beobachten können.

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Bildlegende: Hoffnungsträger für Astronomen Diese künstlerische Darstellung zeigt das geplante Eso-Teleskop, das in rund zehn Jahren in Betrieb gehen soll. Swinburne Astronomy Productions / ESO

Es war ein Teleskop, mit dem Galileo vor 400 Jahren herausfand, dass die Erde nicht der Mittelpunkt unseres Sonnensystems ist. Und es wird wieder eines sein, welches bestätigen dürfte, dass es weitere erdähnliche Planeten gibt: das European Extremely Large Teleskope E-ELT. In zehn Jahren könnte es betriebsbereit sein, stationiert auf einem chilenischen Berg. Was macht es anders als das berühmte Kepler-Teleskop der Nasa?

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Die Transitmethode

Das Kepler-Teleskop nimmt einen Ausschnitt des «Himmels» und die dazugehörigen Sonnen kontinuierlich ins Visier. Passiert einer ihrer Planeten die Sichtlinie des Teleskops, verdunkelt sich die Sonne. Das wird registriert. Später wird berechnet, ob die Aufnahme wegen eines Störfaktors entstand oder ob es sich wirklich um einen Planeten handelt.

E-ELT wird relativ nahe Sonnensysteme genauer beobachten können. Dies, weil es das Licht dieser Sonnen direkt empfangen wird. Während das Kepler-Teleskop rund 190'000 Sterne im Visier hat, soll E-ELT eine geringere Zahl von erdnahen Planeten direkt beobachten – und nicht nur deren Verdunkelung, die mit der Transitmethode erfasst wird (siehe Infobox rechts).

Grössere Fläche = schärferer Blick

Das soll es dank einem Spiegel-Durchmesser von 39 Metern können. Verglichen mit modernsten Boden-Teleskopen ist das eine 20 Mal grössere Fläche, auf der Licht gesammelt wird. Aus Umlaufgeschwindigkeit und Grösse des Planeten kann so die Entfernung zu seiner Sonne genauer berechnet werden und daraus wiederum die Temperatur: Kriterien für die Frage, ob ein Planet erdähnlich ist und allenfalls Leben entwickeln könnte.

Dank der «Keplerschen Statistik» geht ein Gutteil aller Astronomen inzwischen davon aus, dass Leben ausserhalb der Erde unausweichlich ist. Denn im Universum existieren 10 Milliarden Galaxien, jede mit über 10 Milliarden Sonnen und fast jede dieser Sonnen hat ein Sonnensystem mit einem erdähnlichen Planeten.