Alte und neue Märchenszenen aus New York

Die alte Geschichte der Scheherazade, neu interpretiert vom amerikanischen «Minimal»-Komponisten John Adams. Ein Statement gegen Frauen-Unterdrückung.

Scheherazade ist die Geschichtenerzählerin der Märchensammlung von 1001 Nacht: Mit jedem Märchen, das sie ihrer Erzählung hinzufügt, kann sie ihr drohendes Todesurteil um einen Tag hinauszögern. Der amerikanische Komponist John Adams war schockiert über diese frauenverachtende Brutalität im orientalischen Märchenklassiker. Und hat darauf mit einem neuen Stück reagiert. In Anlehnung an die berühmte Vertonung von Nikolai Rimsky-Korsakov mit dem gleichen Namen nennt Adams seine Scheherazade «Nummer 2». Eine moderne Fassung der alten Geschichte, in der die Rolle der «Erzählerin» wiederum der Geige zukommt.

Den Boden für das neue Stück bereiten zuvor zwei musikalische Märchenklassiker von Ljadow und Strawinsky.

Anatol Ljadow: Der Zaubersee. Legende für Orchester op. 62
Igor Strawinsky: Petruschka. Burleske Szenen (Fassung 1911)
John Adams: Scheherazade.2. Dramatische Sinfonie für Violine und Orchester (Uraufführung)

New York Philharmonic
Alan Gilbert, Leitung
Leila Josefowicz, Violine

Konzert vom 26. März 2015, Lincoln Center, New York



Redaktion: Jenny Berg