Finnen unter sich

Zu Tondichtungen wie etwa «Pohjolas Tochter» liess sich Jean Sibelius gern von den Mythen des finnischen Nationalepos «Kalevala» inspirieren, während man aus seinen Sinfonien die raue finnische Landschaft heraushören mag.

Vielleicht nicht so sehr im Klang selbst, aber in den Strukturen: So wie sich die Landschaft als Folge von zahlreichen Varianten des Immergleichen darstellt, entwickeln sich Sibelius' Sinfonien aus Ostinato-Motiven, die sich organisch weiterspinnen. Gleichzeitig fand Sibelius in jeder neuen Sinfonie immer wieder andere Ausdruckswelten: So ist ausgerechnet die während des Ersten Weltkriegs entstandene Fünfte ein - nach der düsteren Vierten - eher heiteres Werk.
Kann man also Sibelius' Musik aus unterschiedlichen Gründen als national bezeichnen, so ist diejenige seines Landsmanns Esa-Pekka Salonen durchaus international. Der finnische Komponist, lange als Dirigent in Los Angeles tätig, verwendet eine ganze Palette an musikalischen Klängen und Formen aus Klassik und Jazz, so auch in seinem Violinkonzert aus dem Jahr 2009.

Jean Sibelius: Pohjolas Tochter op. 49
Esa-Pekka Salonen: Violinkonzert
Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 5 Es-Dur op. 82

Tonhalle-Orchester Zürich
Esa-Pekka Salonen, Leitung
Leila Josefowicz, Violine

Konzert vom 31. Januar 2015, Tonhalle Zürich

Redaktion: Roland Wächter