Ghana und das globale Huhn

  • Samstag, 2. November 2019, 9:08 Uhr
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Vom Huhn gönnen sich die Europäer nur die saftigen Brüstchen. Die Reste werden nach Ghana exportiert. Dort überschwemmt das gefrorene billige Geflügel aus der Ferne den Markt und bringt die lokale Konkurrenz zum Kollaps. Möglich machen das die unfairen Handelsbeziehungen zwischen der EU und Afrika.

Mit der landesweiten Kampagne «Eat Ghana Chicken» und vielen TV- und Radio-Spots, will Ghanas Regierung für die landeseigenen Hühnchen werben.
Bildlegende: Mit der landesweiten Kampagne «Eat Ghana Chicken» und vielen TV- und Radio-Spots, will Ghanas Regierung für die landeseigenen Hühnchen werben. zvg Alexander Göbel/Deutschlandradio

Obwohl im westafrikanischen Ghana bei 40 Grad oft der Strom ausfällt, Tiefkühltruhen also einen schweren Stand haben, essen die Menschen dort fast nur die gefrorenen Poulet-Schenkel und -Flügel aus Europa und den USA.

Das Fleisch ist hochsubventioniert, und so haben die Geflügelfarmen in Ghana überhaupt keine Chance gegen die billige Konkurrenz aus dem Ausland. Zwar waren die Geflügellieferungen aus Europa nach einer grossen Dürre von 1983 eine riesige Hilfe für die notleidende Bevölkerung. Doch aus den Notimporten von einst wurde ein Geschäft, das Ghanas Geflügelfarmer ihre Lebensgrundlage kostet.

Einige wenige versuchen sich im Geschäft zu halten, aber die Angelegenheit ist komplex – die Globalisierung lässt sich nicht stoppen. In den Wirtschaftspartnerschaften zwischen der EU und afrikanischen Staaten erklärten sich beide Seiten zu Zollabbau und Marktöffnung bereit.

Nur: Die Spiesse sind ausgesprochen ungleich lang. Und so sorgt der Welthandel bei den Bauern in Ghana für einen Kampf um die eigene Existenz und die Suche nach neuen Strategien. Dies zeigt die Reportage auf den Spuren des globalen Huhns im Westen Afrikas.

Autor/in: Alexander Göbel, Redaktion: Simone Fatzer