Hindu-Nationalisten greifen das Erbe Gandhis an

  • Samstag, 9. März 2019, 9:08 Uhr
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«Einheit in Vielfalt» war Mahatma Gandhis Gründungsidee für den unabhängigen Staat Indien. Er dachte an einen säkularen Vielvölkerstaat. Keine ethnische oder religiöse Einheit sollte die Vormacht über andere haben. Diese Idee ist in Gefahr.

Auch das religiöse Parlament Param Dharam Sansad diskutiert die Politisierung der Religion.
Bildlegende: Auch das religiöse Parlament Param Dharam Sansad diskutiert die Politisierung der Religion. SRF. Thomas Gutersohn.

In Indien begann der Nationalismus als Freiheitskampf gegen die koloniale Herrschaft der Briten. Gandhi war überzeugt, dass ein Land, das mehr als 1000 ethnische Gruppierungen, Dutzende Sprachen und mehrere Religionen vereinigt, nur in Frieden leben kann, wenn diese Vielfalt anerkannt und im Alltag gelebt wird. Dass Unterschiedlichstes nebeneinander bestehen kann und muss, ist das Prinzip des indischen Staates und so in der Verfassung verankert.

Gandhis Idee aber wird heute immer offener angegriffen. Spätestens seitdem die Regierung von Premierminister Narendra Modi an der Macht ist, ist eine andere Form von Nationalismus bemerkbar: eine, die auf der Religion beruht. Die Hindu-Nationalisten torpedieren das säkulare Indien mit dem Ziel, ein rein hinduistisches Indien zu schaffen. Und sie lassen keine Gelegenheit aus, zu mobilisieren und Kräfte zu sammeln, um ihr Ziel zu erreichen.

Autor/in: Thomas Gutersohn, Redaktion: Martin Durrer