Papua-Neuguinea – Stammeskultur und der Fluch der Rohstoffe

  • Samstag, 23. Februar 2019, 9:08 Uhr
Sendetermine
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    • Samstag, 23. Februar 2019, 9:08 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
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    • Samstag, 23. Februar 2019, 23:03 Uhr, Radio SRF 4 News
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Vor wenigen Jahrzehnten noch trugen die Stämme im Regenwald von Papua-Neuguinea ihre Konflikte mit Pfeil und Bogen aus. Heute gehen sie mit Schnellfeuerwaffen auf einander los. Der Reichtum an Öl, Gas und Gold hat die Gier geweckt und alte Verhaltenskodexe haben der Macht des Geldes Platz gemacht.

Mit Pfeil und Bogen standen die Männer im Dorf Upa 2 den Angreifern aus Upa 1 gegenüber.
Bildlegende: Mit Pfeil und Bogen standen die Männer im Dorf Upa 2 den Angreifern aus Upa 1 gegenüber. ZVG Karin Wenger

Upa 1 und Upa 2 sind Dörfer hoch in den Bergen, tief im Dschungel. Jahrelang haben sie sich bekriegt. Beide Seiten haben Tote zu beklagen. Upa 2 aber wurde mehr oder weniger dem Erdboden gleich gemacht und es musste aufgeben, weil es sich für die Miete eines Sturmgewehrs nicht mehr weiter verschulden konnte.

Der Kampf der zwei Dörfer - Auge um Auge, Zahn um Zahn - ist nicht einfach archaische Regenwald-Exotik am Ende der Welt. Die Gewalt hat mit dem Fluch der Rohstoffe zu tun. Die Regierung Papua-Neuguineas hat voll auf das Geschäft mit der Förderung von Öl und Gas gesetzt und sie hat begonnen das viele Geld auszugeben, bevor es hereinkam. Gleichzeitig hat sich die kleine und korrupte Elite des Landes die eigenen Taschen gefüllt.

Jetzt fehlt es überall an Geld. Die Polizei kann nicht ausrücken, weil der Geländewagen kaputt ist, im Spital fehlt es an Medikamenten und medizinischem Gerät. Stämme und Dörfer, die Angehörige in der Politik und der Verwaltung haben, kommen besser weg als die anderen. Die Vetternwirtschaft schürt Neid und Eifersucht bis tief in den Dschungel.

Als ob der Fluch der Rohstoffe nicht übel genug wäre, ist das Land auch noch ins machtpolitische Spannungsfeld zwischen den USA und Australien auf der einen und China auf der anderen Seite geraten.

Autor/in: Karin Wenger, Redaktion: Christoph Wüthrich