40 Telefonate für einen Telefon- und Adresseintrag

Wer seine Adresse und Telefonnummer im Netz platzieren will, kommt um die beiden Swisscom-Dienste local.ch und search.ch nicht herum. Das wird dann äusserst mühsam, wenn der Service nicht klappt. Das zeigt ein Beispiel aus dem Freiburgischen.

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Es waren ein paar wenige Wörter, die ein junger Wirt aus Düdingen im Kanton Freiburg im Internet-Telefonverzeichnis local.ch platziert haben wollte. Doch ein Vertreter der Dienstleistung wollte ihn zu diversen Extras überzeugen, unter anderem zu einer Funktion, mit Hilfe derer das Lokal angeblich bei Google zuoberst erscheinen sollte. Gesamtsumme der von Hand gekritzelten (!) Offerte: 10‘000 Franken – pro Jahr. Der Wirt lehnte ab, er wolle wirklich nur einen schlichten Eintrag mit Adresse, Telefonnummer und Homepage-Adresse.

Nun fingen die Probleme aber erst richtig an: Es gelang local.ch einfach nicht, den Eintrag richtig hinzukriegen. «Ich musste fast 40 Mal da anrufen, bis alles stimmte», erzählt der Wirt dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Noch komplizierter sei es geworden, als plötzlich auch der andere Dienst, search.ch, ins Spiel kam, der wie local.ch auch zur Swisscom gehört. Bei beiden Einträgen auf beiden Seiten stimmte mal dies, mal das nicht. Trotzdem blieb am Ende eine immer noch ziemlich saftige Rechnung: rund 1300 Franken.

Die Reaktion von local/search.ch auf diesen Fall: «Es tut uns leid, und wir entschuldigen uns», sagt Mediensprecher Christos Bräunle gegenüber «Espresso». Da seien Fehler passiert, normalerweise daure es nicht mehr als ein bis zwei Arbeitstage, bis ein solcher Eintrag bewerkstelligt sei. Und was die merkwürdige Offerte des Vertreters betrifft, erklärt Bräunle: Der Vertreter habe sich nur auf die vorgängige Offerte für das gleiche Lokal abgestützt. Mit dessen Wirt habe man ein sehr gutes Einvernehmen gehabt. Grundsätzlich sei die grosse Mehrheit der Kundinnen und Kunden zufrieden mit dem Service.

Preisüberwacher wurde aktiv

Das mag stimmen. Fakt ist aber auch, dass es immer wieder Kunden gibt, die sich ärgern über die hohen Tarife oder den Service der beiden schweizweit grössten Internetverzeichnis-Anbieter der Swisscom. Auch Preisüberwacher Stefan Meierhans hat mehrere Klagen erhalten. Meierhans ortet die Wurzel des Übels in der marktbeherrschenden Position der Swisscom, die es weiteren Anbietern massiv erschwere, um selbst ein solches Verzeichnis zu lancieren. Es brauche mehr Wettbewerb und dafür müssten andere Anbieter besser und zu günstigen Preisen an die umfangreichen, von der Swisscom verwalteten Datensätze kommen. Der Preisüberwacher hat darum schon 2013 eine entsprechende Änderung des Fernmeldegesetzes vorgeschlagen. Die Resonanz war positiv, bis die Änderung Tatsache ist, dürfte es aber noch eine geraume Zeit dauern.

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