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Billiger Echtpelz – den Preis zahlen die Tiere
Aus Espresso vom 05.12.2017.
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Monsterfüchse Billiger Echtpelz – den Preis zahlen die Tiere

An vielen Kappen und Winterjacken ist echter Pelz dran. Er kostet oft weniger als Kunstpelz – doch dafür leiden Tiere. Die «Kassensturz»-Reportage in Finnland deckt auf: Um mehr Fell zu gewinnen, werden Polarfüchse qualvoll hochgemästet. Die Reporterin berichtet im «Espresso» über ihre Erlebnisse.

2'300'000 Fuchspelze wurden 2016 in Finnland produziert. «Kassensturz» wollte wissen, unter welchen Bedingungen. Doch die Vermarktungsorganisation der finnischen Pelzfarmer «Saga Furs» lehnte entsprechende Drehanfragen ab.

Fünf Mal schwerere und kranke Tiere

So recherchierte ein «Kassensturz»-Team vor Ort in Finnland und versuchte, unangemeldet Höfe zu besuchen. Auch hier: Das Filmteam wurde überall abgewiesen. Gemeinsam mit einem ortskundigen Tierschützer machte sich das Team deshalb im Schutze der Nacht auf den Weg zu einer Fuchspelzfarm. Und stiess auf erschreckende Zustände: Riesige Tiere in kleinen, engen Gitterkäfigen: Sogenannte «Monsterfüchse» mit Pelzfalten am ganzen Körper, fünf Mal schwerer als natürlich gewachsene Polarfüchse. Bei vielen Tieren war zudem die Augenpartie entzündet.

Kristo Muurima von der finnischen Tierschutzorganisation Oikeutta Eläimille beobachtet, dass diese Tiere von Jahr zu Jahr grösser werden. «Die Farmer überzüchten und überfüttern die Füchse. Denn ein grosses Fell bedeutet mehr Geld mit weniger Aufwand. Das ist ein trauriges Zeichen menschlicher Gier auf Kosten des Tierwohls.»

«Kassensturz» konfrontierte die finnische Produzentenorganisation «Saga Furs» und den internationalen Branchenverband «International Fur Federation» mit diesen Beobachtungen. Doch die Organisationen reagierten bislang nicht auf die Anfrage.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Wie wäre es mit einer gut sichtbaren Deklaration. Z.B. Dafür dass ich einen Pelzmantel tragen kann, mussten Tiere sterben.
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  • Kommentar von Bernhard Trachsel  (Bernhard Trachsel)
    Ich war vor rund 20 Jahren ebenfalls in finnischen Pelzfarmen. Schon damals hatte man versucht, einen Superfuchs zu züchten. Die Haltungsbedingungen sind heute immer noch so wie damals. Und Herr Aus der Au von SwissFur wird dann trotz all der schrecklichen Bilder wieder erzählen, bei der Pelzproduktion würden hohe Tierschutzstandards eingehalten. Diese Branche kennt seit je her kein Mitleid.
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  • Kommentar von Alfred Schläpfer  (191.5yenokavan)
    Ein hässlicher Nebeneffekt des "Raubtierkapitalismus - lies neoliberale Marktwirtschaft". Wobei für mich schon lange klar ist, dass es keine Staaten gibt, die nicht dem Raubtierkapitalismus alles unterordnen. Zeigen wir mutig auf die Finnen und klopfen uns und unserer Bauernlobby auf die Schultern. Wobei in den meisten Ländern, auch bei uns, die Minderheit der Landwirte nachhaltig, ethisch-moralisch produziert und leider die Mehrheit der Konsumenten keine Skrupel kennt, auch die Wohlhabenden.
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