Das schwedische Kassensturz-Pendant «Plus» ist Kult

Jeden Freitag im Sommer stellt «Espresso» eine Radio- oder TV-Konsumenten-Sendung in einem anderen Land vor. Den Anfang macht die Sendung «Plus» des schwedischen Fernsehens SVT. Seit bald 30 Jahre läuft sie mit grossem Erfolg. Rund 700‘000 Zuschauer verfolgen jeweils die einstündige Sendung.

Profil

Land:
Schweden
Einwohner:
10 Mio.
Konsumsendung:«Plus+ /Plus+Studio»
Fernsehstation:
Sveriges Television AB SVT1
Webseite:
www.svt.se/plus
Besonderheiten:Seit 1987 auf Sendung (zu vergleichen mit „Kassensturz“)
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Bildlegende: Die Konsumentensendung «Plus» auf SVT 1. zvg

Sie warten regelmässig gespannt auf Produktetests, kritische Interviews und Hilfestellungen – die wöchentlich rund 700‘000 Zuschauerinnen und Zuschauer der schwedischen Konsumentensendung «Plus».

Einem anwaltschaftlichen Journalismus verpflichtet, klopft «Plus» wenig kundenfreundlichen Dienstleistern regelmässig auf die Finger.

Unbrauchbare Produkte landen im Eimer

Im Zentrum der mit dem Schweizer «Kassensturz» vergleichbaren TV-Sendung steht regelmässig ein orangefarbener Kehrichteimer.

Dort entsorgen die kritischen Konsumjournalisten mit lautem Getöse Alltagsgegenstände und Produkte, die den Bedürfnissen der Konsumentinnen und Konsumenten nicht entgegenkommen und ihren Preis nicht wert sind.

«In diesen Eimer will niemand geschmissen werden» erklärt Redaktorin Cajsa Akesson. Sie lobt die gute Beziehung zwischen Redaktion und Fernseh-Publikum und schwärmt vom gegenseitigen Respekt.

Wichtige Stimme der Konsumenten

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Die Sommerserie

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Jeden Freitag im Sommer stellt «Espresso» eine Radio- oder TV-Konsumenten-Sendung in einem anderen Land vor. Das Dossier

Für den langjährigen SRF-Skandinavien-Korrespondenten, Bruno Kaufmann steht fest, dass die Konsumentensendung am schwedischen Fernsehen seit ihren Anfängen 1987 eine wichtige Rolle spielt. Ende des letzten Jahrhunderts seien viele Dienstleistungen privatisiert worden.

Im Gegenzug habe die Politik die Rechte der Konsumentinnen und Konsumenten ausgebaut und die Medien hätten ihre Kontrollaufgabe stetig besser wahrgenommen.

Es vergehe kaum ein Tag, ohne dass Zeitungen und Radiostationen Missbräuche beanstanden und Opfern eine Stimme geben müssten.

Weitere porträtierte Konsumentensendungen: