Zum Inhalt springen

Header

Wohnungsschlüssel liegt auf einem Wohnungsplan
Legende: Für viele gibt es den Wohnungsschlüssel erst, wenn die Kaution überwiesen ist. Colourbox
Inhalt

Services Das Wichtigste zum Thema Mietkaution

Eine Kaution dient als Sicherheit für den Vermieter – einerseits für unbezahlt gebliebene Mietzinse, andererseits für Beschädigungen am Mietobjekt, für die der Mieter verantwortlich ist. Doch es gibt bestimmte Regeln, die bei der Hinterlegung einer Kaution beachtet werden müssen.

Wie hoch darf ein Mietzinsdepot sein?

Bei Wohnungen darf eine Kaution maximal drei Monatszinsen beinhalten. Bei Geschäftsräumen ist der Betrag per Gesetz nicht begrenzt, allerdings darf das Depot im Verhältnis zum Mietzins und zum möglichen Schaden nicht übermässig sein. Die Mieterverbände empfehlen als Berechnungsgrundlage den Netto-Mietzins. Das ist allerdings nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Wie muss das Mietzinsdepot angelegt werden?

Das Gesetz schreibt vor, dass der Vermieter das Geld unverzüglich nach Erhalt auf den Namen der Mieterschaft bei einer Bank auf einem Mietkautions-Sperrkonto oder -Sparheft hinterlegen muss. Ausserdem muss der Vermieter den Namen der Bank und die genaue Bezeichnung des Kontos weitergeben.

Audio
Ein wichtiger Tipp von Felicitas Huggenberger
00:42 min, aus Espresso vom 26.06.2013.
abspielen. Laufzeit 00:42 Minuten.

Felicitas Huggenberger, Geschäftsleiterin des Mieterinnen- und Mieterverbandes Zürich, weist darauf hin, dass diese Vorschrift oft nicht eingehalten wird. «Es passiert sehr häufig, dass der Vermieter die Kaution nicht auf einem speziellen Banksperrkonto anlegt, sondern irgendwo bei sich. Geht der Vermieter Konkurs, ist das Geld verloren.» Sie empfiehlt daher, nach der Kontoeröffnung die Unterlagen genau zu prüfen. Hat der Vermieter das Geld nicht auf ein separates Konto weitergeleitet, sollte der Mieter das Geld sofort zurückfordern.

Wer bestimmt die Bank?

Grundsätzlich ist es der Vermieter, der bestimmen kann, bei welcher Bank die Mieterkaution hinterlegt werden soll. Für die Mieterinnen- und Mieterverbände ist aber klar, dass aufgrund des Gesetzes die Wahl der Mieterschaft zusteht. Zudem hat der Mieter auch die Möglichkeit, das Depot auf der Bank seiner Wahl direkt zu deponieren und dem Vermieter eine entsprechende Bescheinigung zukommen zu lassen.

Muss die Mieterin oder der Mieter Kontogebühren bezahlen?

Manche Vermieter versuchen, vom Mieter Kontogebühren zu verlangen. Das ist zwar nicht verboten, doch ein kritisches Nachfragen ist angebracht. Das Bundesgericht hat Gebühren über 50 Franken für unzulässig erklärt.

Kann der Mieter verlangen, dass das Depot auf eine andere Bank verschoben wird?

Entstehen für den Mieter Nachteile – zum Beispiel weil die Bank plötzlich Gebühren erhebt oder den Zinssatz senkt – kann der Mieter dem Vermieter anmelden, dass er die Bank wechseln will. Geht dieser nicht darauf ein, kann der Mieter bei ihm Schadenersatz verlangen, zum Beispiel für die Gebühren, die bei einer anderen Bank nicht anfallen würden.

Wem gehören die Zinsen?

Die Mieterinnen- und Mieterverbände sind der Ansicht, dass die Mieterin oder der Mieter frei über die Zinsen verfügen darf. Allerdings fassen einige Banken das Mietkautions-Konto einschliesslich der Zinsen als gesperrt auf. Eine Überprüfung der Kautionsbedingungen der Bank kann sich daher lohnen.

Zahlt die Bank die Zinsen nicht aus, kann der Mieter laut Felicitas Huggenberger mit dem Vermieter über den Wechsel der Bank verhandeln. Möchte dieser die Bank nicht wechseln, kann die Mieterschaft verlangen, dass der Vermieter die Zinsen Ende Jahr überweist.

Quelle: Mieterinnen- und Mieterveband Zürich

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von Dennis Holzerland  (DennisH)
    Guten Tag
    ich brauche euren rat
    Meine derzeitige Wohnung ist mir in einem sehr miserablen Zustand übergeben worden.
    Anstrich vom Vormieter nicht gut umgesetzt, Schimmel im Badezimmer u. Küche, 7std. vor einzug die Wohnung geputzt das sie bewohnbar ist, usw.

    Ich halte der Zeit meine Kaution zurück da ich angst habe das ich sie nicht zurück erhalte, da unter anderem kein Übergabe Protokoll der Wohnung an mich ausgehändigt wurde und die Wohnung in einem allgemeinen schlechten zustand ist.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Redaktion «Kassensturz/Espresso» (SRF)
      @Dennis Holzerland: Guten Tag. Aufgrund Ihrer Ausführungen können wir Ihnen keinen Rat geben. Was jedoch klar ist: Die Kaution zurückbehalten empfiehlt sich nicht, da sie damit den Vertrag verletzen. Wir empfehlen Ihnen, sich beim Mieterinnen- und Mieterverband beraten zu lassen. Ihre Anlaufstelle finden Sie hier: https://www.mieterverband.ch/mv/mietrecht-beratung/hilfe-von-fachleuten.html
  • Kommentar von Barbara Flury , Olten
    Die Mehrheit der Mieter zahlen ja bis zu drei Monatsmieten. Man stelle sich vor, welcher Betrag da schweizweit zusammenkommt! Was an Mieterschäden entsteht, ist im Vergleich dazu ja winzig klein. Und jedem Mieter wird schon zum voraus unterstellt, dass er Mieten oder Schäden nicht bezahlt. Das ist nach meinem Empfinden ein Unrecht. Ist diese Geldmenge jetzt einfach auf den Banken deponiert? Welchen Nutzen bringt dieser immense Mietkautionenbetrag den Banken? B. Flury
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Yves Müller , Bern
    @Andreas Moll: Leider ist es so, dass die Gebühren von Mietkautionskontis zu Lasten des Mieters gehen. Alternativ lohnt sich der Abschluss einer Mietkaution über eine Versicherung, wie hier beispielweise erklärt wird www.mietkautionschweiz.ch
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten