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Konsum Der Wächter der Waagen

Er prüft, ob Waagen und Zapfsäulen richtig messen und Verpackungen jene Menge enthalten, für die der Kunde bezahlt: der Eichmeister. Simon Mettler ist einer von rund 60 Eichmeistern, die in der Schweiz unterwegs sind. «Espresso» hat ihn bei seiner Arbeit im Kanton Zug begleitet.

Er sieht seine Arbeit als Teil des Konsumentenschutzes: «Ich möchte einen Beitrag leisten für fairen Handel – und zwar für den Konsumenten wie für den Verkäufer.» Simon Mettler, 50, ist seit zwölf Jahren als Eichmeister unterwegs.

Über 300 Kontrollen pro Jahr

Mettler ist ursprünglich Elektroniker. Eine technische Grundausbildung ist Voraussetzung dafür, dass jemand die Ausbildung zum eidgenössisch diplomierten Eichmeister in Angriff nehmen kann. Regelmässig besucht er – meist unangemeldet – Läden und Tankstellen im ganzen Kanton Zug.

Rund 330 Kontrollen sind es pro Jahr. Dabei gebe es ab und zu etwas zu beanstanden, sagt er. Meist handle es sich um einen technischen Defekt oder das Messgerät sei versehentlich falsch eingestellt worden: «Betrug stelle ich eigentlich nicht fest.» Ein Grund dafür dürften die Sanktionen sein, die dem Verkäufer bei wiederholten Fehlern blühen: Es droht eine Busse von bis zu 20'000 Franken.

«Notwendiges Übel»

Die meisten Kontrollierten nehmen seinen Besuch laut Mettler mehr oder weniger gelassen. Es gebe aber auch gereizte Reaktionen. Ein Tanktechniker spricht gegenüber «Espresso» von einem «notwendigen Übel».

Nur minime Abweichungen sind erlaubt

Wie der Eichmeister bei seinen Kontrollen vorzugehen hat, schreibt der Bund vor, genauer gesagt, das Eidgenössische Institut für Metrologie (Metas). Dieses bildet die Eichmeister auch aus und kontrolliert sie. Steht etwa eine Waage in der Früchte- und Gemüseabteilung auf dem Prüfstand, so muss der Eichmeister diese mit zahlreichen, unterschiedlichen Gewichten «eichen» und diese Testreihe wiederholen.

Die Waage darf dabei nicht mehr als drei Gramm vom genauen Gewicht abweichen. Bei den Tankstellen bedient sich der Eichmeister eines Fasses, das die Füllmenge exakt anzeigt.

Bei allen kontrollierten Messgeräten gilt: Die Sicherungs-Plomben müssen intakt sein, um eine mögliche Manipulation auszuschliessen. Ist die Prüfung bestanden, wird das Gerät mit einer sogenannten Eichmarke versehen. Ein kreisrunder, kleiner Kleber, der nicht zuletzt auch dem Kunden signalisieren soll, dass dieses Gerät geprüft und für gut befunden wurde.

Legende: Video Unterwegs mit dem Eichmeister abspielen. Laufzeit 06:47 Minuten.
Aus Einstein vom 07.10.2010.

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