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Umwelt und Verkehr Desinfektions-Putzmittel im Haushalt sind unsinnig

Ein Seifen- und Putzmittellhersteller wirbt damit, dass sein Produkt 99,9 Prozent der Bakterien im Haushalt beseitigt. Den Seifen und Putzmitteln werden dazu Desinfektionsmittel beigemischt. Diese schaden mehr als dass sie nützen. Das Bundesamt für Gesundheit rät ausdrücklich davon ab.

Legende: Audio Desinfektionsmittel haben im Haushalt nichts zu suchen abspielen. Laufzeit 4:02 Minuten.
4:02 min, aus Espresso vom 29.08.2016.

«Beseitigt 99,9 Prozent der Bakterien» verspricht der Reinigungsmittelhersteller «Dettol» vollmundig in der TV-Werbung. Die Firma schürt damit Ängste, dass im Haushalt gefährliche Bakterien lauern könnten.

Um diese auszurotten, wirbt die Firma «Dettol» damit, dass zu Hause beim Putzen oder Händewaschen Desinfektionsmittel eingesetzt werden sollen.

Auch gute Bakterien werden abgetötet

Doch Desinfektionsreiniger seien im Haushalt absolut unnötig, sagt Nadine Rossier vom Bundesamt für Gesundheit sagt: «Ein Haushalt ist kein Operationssaal in dem alle Bakterien abgetötet werden müssen.»

Es könne sogar kontraproduktiv sein, denn es gebe viele nützliche Bakterien, die ebenfalls eliminiert würden. Es reiche völlig, Küche und Bad mit einem normalen Putzmittel auf Seifenbasis zu reinigen.

Andreas Widmer, Leiter Spitalhygiene des Unispitals Basel ergänzt: «Mit mechanischem Putzen verschwinden 90 bis 95 Prozent aller Bakterien. Auch wir im Spital putzen in den meisten Fällen mit ganz normalen Mitteln. Nur in Ausnahmefällen kommen Desinfektionsmittel zu Einsatz.»

Er findet es völlig unverhältnismässig, im Haushalt Desinfektionsmittel einzusetzen. Dabei würden auch gute Bakterien abgetötet und die krankmachenden hätten somit mehr Platz zum Wachsen.

Desinfektionsmittel können Allergien auslösen

Für Babys und Kleinkinder können diese Mittel sogar gefährlich sein, weil sie Allergien und Ekzeme auslösen können, da die Haut eines Babys viel dünner sei, als die von Erwachsenen, warnt Andreas Widmer. Zudem müssten Babys mit Bakterien in Kontakt kommen, damit ihr Immunsystem trainiert werden könne.

Also alles nur Angstmacherei von «Dettol»? Die Firma schreibt in einer Stellungnahme: In Teilen der Bevölkerung seien einfache Hygienemassnahmen nicht bekannt oder würden nicht umgesetzt. «Wir möchten mit unseren Informationen aufklären und keinesfalls Angst machen», schreibt «Dettol» weiter.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Verena Studer (veee)
    Vielen Dank für ihren Beitrag! Ich hoffe sehr, dass mit diesem Beitrag endlich ein Umdenken stattfindet, was Putzmittel und übrigens auch Waschmittel anbelangt! Viele Menschen realisieren nicht, dass alle Reinigungsprodukte in unser Wasser gelangen. Die Allergien die damit ausgelöst werden, betreffen nicht nur Babys oder Kleinkinder, sondern auch ganz viele Erwachsene, ich selbst bin davon betroffen. Ich wünsche mir, dass die nächsten Generationen unser Wasser noch trinken dürfen! Mfg V. Studer
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